Lisa Reith: von der Magersucht zum IFBB Bikini Pro

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Bikini-Athletin Lisa Reith wurde der Öffentlichkeit zwischenzeitlich als neue Beziehung von Deutschlands erfolgreichstem 212er Steve Benthin bekannt. Während das Knistern zwischen den beiden nicht länger anhielt, steht die Liebe von Lisa Reith zum Bodybuilding außer Frage.

Schwierige Anfänge

Lisa Reith wurde 1994 in Süddeutschland geboren. Ihre Kindheit und Jugend war vom Scheidungskrieg der Eltern geprägt. Als Teenager entwickelte Lisa Reith unter der belastenden Situation zuerst eine Magersucht, später eine Binge Eating-Störung. Auf der Suche nach Zuneigung geriet sie außerdem in eine mehrjährige toxische Beziehung. Mit 18 wurde die Gymnasiastin ungewollt schwanger. Ihr Sohn kam 2013 zur Welt.

Lisa Reiths Weg ins Bodybuilding

Die mit der Mutterschaft einhergehenden körperlichen Veränderungen führten bei Lisa ein schrittweises Umdenken herbei. Nach langer Stillzeit und sportlicher Inaktivität vermisste sie ihre weiblichen Rundungen. Ab 2017 unternahm sie erste Gehversuche im Krafttraining. Mit minimalem Equipment im heimischen Wohnzimmer turnte sie YouTube-Videos nach. Dabei ging es ihr zunächst ausschließlich um den Aufbau der Gesäßmuskeln.  

Als erste Erfolge sichtbar wurden, meldete sich Lisa im Fitnessstudio an. Nach einiger Zeit des weiterhin unausgewogenen Booty-only-Trainings widmete sie sich dann auch dem Rest ihres Körpers. Parallel stellte sie ihre Ernährung um und implementierte einen sportlergerechten Veganismus.

Mittlerweile war der Augsburgerin auch der mentale Befreiungsschlag gelungen. Die Beziehung zum Kindsvater wurde beendet und sie absolvierte eine Ausbildung zur Industriekauffrau, um sich und ihrem Sohn finanzielle Unabhängigkeit vom Exfreund zu verschaffen. Das Bodybuilding als Form der Selbstverwirklichung passte gut in die Neuerfindung ihrer Persönlichkeit. Drei Jahre nach Trainingsbeginn startete sie in ihren ersten wettkampforientierten Aufbau.

Die erste Wettkampfsaison

Ihr Wettkampfdebüt gab Lisa Reith auf einem IFBB Amateur Cup in Polen im Mai 2021. Sie belegte in einer nach eigener selbstkritischer Einschätzung mäßigen Form den 7. Platz. Der durchwachsene Start entmutigte sie aber nicht im Geringsten. Sofort schloss sie den NPC Pro Qualifier im österreichischen St. Pölten an und wurde hier schon Zweite. Ihre Härte und Muskulatur sei für die Bikiniklasse bereits zu ausgeprägt gewesen. In der kurzen Zeit bis zum nächsten Start stellte sie das Oberkörpertraining daraufhin komplett ein.

Nach einem weiteren siebten Platz auf dem Olympia Amateur in Mailand sicherte sich Lisa Reith bei ihrem vierten Bühnenauftritt die IFBB Pro-Card mit einem Sieg auf der Ben Weider Worldwide Classic in Spanien. Damit gelang der jungen Mutter ein beachtenswert schneller Übertritt ins Profilager der so kompetitiven Bikiniklasse. Betreut wurde sie zu Amateurzeiten übrigens von der erfolgreichen Figur-Athletin Jennifer Zienert.

Lisa Reiths Einstand bei den Profis

Ihr Profidebüt gab Lisa Reith auf dem Big Man Weekend Pro im November 2021 in der spanischen Bodybuilding-Hochburg Alicante. Hier belegte sie in einem starken Lineup den siebten von dreizehn Plätzen. Kein schlechter Start, auch wenn sie selbst sich auf Instagram nicht ganz zufrieden äußerte.

Nach einer mehrmonatigen Vorbereitungsphase startete Lisa auf der Empro Classic Pro 2022 in Portugal. In einem Starterfeld, das mit 25 Bikini-Athletinnen aus allen Nähten platzte, belegte sie einen geteilten 16. Rang. Das Ergebnis wiederholte sich eine Woche später auf der Mr. Big Evolution Pro. Der große Durchbruch ist bei den Profis noch nicht gelungen. Ein Durchmarsch in der Einstiegssaison ist in der Bikiniklasse aber auch nicht zu erwarten.

Dank ihrer sportlichen Vorerfahrung in Ballett, Hiphop, Standard- und Bauchtanz bietet Lisa eine anmutige Bühnenpräsentation. Ihre Stärken liegen mittlerweile in dem einst verlorengegangen Gluteus, womit sie ein zentrales Bewertungskriterium ihrer Klasse gut erfüllt. Die ganzheitliche muskuläre Entwicklung reicht derzeit noch nicht für die vorderen Plätze bei den Profis.

Die Sache mit Steve

Lisa Reith und Steve Benthin absolvierten 2022 eine streckenweise deckungsgleiche Saison und müssen sich backstage mehrfach über den Weg gelaufen sein. Gefunkt haben soll es in Alicante. Im Juli machten sie ihre Beziehung offiziell. Schließlich erforderte die Distanz Hamburg-Augsburg auch längere Besuche, die zwei Influencer mit Verpflichtung zu täglichen Instagram Stories kaum verheimlichen können.

Lisa wurde auf diesem Weg einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Die Beziehung zum 212er-Profi hielt hingegen nicht lange.

Lisa Reith ist mehr als nur „die Ex von Steve Benthin“

Es wird der Person Lisa Reith nicht gerecht, sie nur als Nebendarstellerin im Leben ihres prominenten Ex-Partners zu betrachten. Sie schreibt ihre eigene Geschichte. Lisa ist ein Stehaufmännchen, das sich nach Essstörungen, Beziehungsdramen und der nur allzu typischen Selbstaufgabe nach der Geburt zurück gekämpft hat. Die Content-Zielgruppe von Müttern, die sich mit ihrem optischen und mentalen Status Quo nicht mehr wohlfühlen, dürfte groß sein.

Lisa Reit arbeitet neben dem Bodybuilding in Vollzeit in einem nicht näher benannten Beruf, der ihrer Ausbildung folgend im kaufmännischen Bereich angesiedelt sein dürfte. Sie baut sich nebenbei ein eigenes Coachingbusiness mit dem Schwerpunkt Ernährung, Posing und Mentaltraining auf.

Gemäß ihrer verwendeten Hashtags träumt natürlich auch Lisa von einer Teilnahme am Mr. Olympia. Hochgesteckte Ziele für eine Späteinsteigerin im Haifischbecken Bikiniklasse. Egal wie der weitere Weg verläuft, sein der jungen Mutter alle Daumen gedrückt.

Autorin: Ulrike Hacker | Titelbild: Instagram, Instragram, Instagram

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