Chris Bumstead spricht über sein Karriereende

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In einem früheren Interview kündigte Chris Bumstead einmal an, dass er seine Karriereende mit 30 Jahren plane. Inzwischen hat der heute 27-Jährige eine andere Sichtweise. Er denke vielmehr von Jahr zu Jahr und wolle sich daher noch nicht festlegen, wann für ihn Schluss sein könnte. Zunächst würde der Fokus auf der Titelverteidigung 2022 liegen, die vielleicht so schwer werden könnte, wie noch nie.

Chris Bumstead ist wie geschaffen für die Classic Physique

Beim Blick auf Chris Bumstead könnte schnell vergessen werden: Der Kanadier wurde erst 1995 geboren und zählte damit zu den jüngeren Top-Athleten auf der Mr. Olympia Bühne. Dass der in Ottawa geborene Ausnahmeathlet überhaupt dort zu sehen ist, hat die Bodybuildingwelt seinem Schwager Iain Valliere zu verdanken. Der fünf Jahre ältere Schwergewichtsathlet gehört mit einem siebten Platz in der offenen Klasse beim Mr. Olympia 2021 zur Weltspitze des Bodybuildings und erkannte das Talent von Chris Bumstead.

Der heutige Classic Physique Champ erlangte mit 21 Jahren die Profi-Lizenz und orientierte sich schnell in Richtung der noch jungen Classic Physique Kategorie. Bei seinem Debüt auf der Olympia-Bühne sicherte sich Chris Bumstead 2017 sofort den zweiten Platz, den er im Folgejahr bestätigen konnte. Ein weiteres Jahr später schob der Kanadier sich mit nur einem Punkt am bisherigen Sieger vorbei und wies die Konkurrenz seitdem jedes Jahr in die Schranken.

Mit gerade einmal Ende 20 arbeitet Chris Bumstead bereits jetzt an seinem Legendenstatus. Dennoch wird auch der Kanadier wahrgenommen haben, dass die Konkurrenz zunehmend stärker geworden ist.

Offseason mit 5000 Kalorien pro Tag

Entgegen seiner ursprünglichen Aussage, den Sport bis höchstens 30 auszuführen, korrigierte der Kanadier in einem aktuellen Interview seinen Standpunkt. Er würde vielmehr von Jahr zu Jahr denken und stets mit dem Anspruch in die Vorbereitung gehen, den nächsten Titel zu erlangen. Ein gesundes Selbstbewusstsein, das ein amtierenden Champ ohne Frage haben darf, jedoch nicht selbstverständlich ist.

Nach dem Mr. Olympia 2021 gönnte sich Chris Bumstead körperlich und geistig eine Pause vom Bodybuilding und trainierte eine Zeitlang kaum. Er habe sich kurz vor dem Burnout befunden, was den Druck, den die Titelverteidigung mit sich bringen kann, verdeutlicht. Hinzu kam eine Coronaerkrankung der kurze Zeit später ein weiterer Infekt folgte. Am Ende habe der Kanadier nur noch 107 Kilogramm gewogen, was 13 Kilogramm weniger als sein reguläres Offeason-Gewicht gewesen sei.

Dies alles ist nun bereits einige Monate her und Chris Bumstead ging mit 5000 Kalorien täglich in den Aufbau, um die Gewichtsverluste auszugleichen. Trotz dieser widrigen Umstände zeigt C-Bum sich zuversichtlich im Dezember 2022 erneut ein verbessertes Paket auf die Bühne zu bringen. Dies dürfte auch nötig sein!

Die Konkurrenz ist Chris Bumstead auf den Fersen

Ein Sprichwort besagt, dass die Konkurrenz nicht schlafen würde. In kaum einer Klasse mag dies so sehr zutreffen, die der Classic Physique. Während in der Open Division alle mit einem Sieg von Big Ramy rechnen und vor allem das Rennen um die Podest-Plätze interessant werden könnte, sind in der Classic Physique alle Blick auf den Podiumsplatz gerichtet.

Während der frühere Champ Breon Ansley vermutlich hart um eine Top-5-Platzierung kämpfen muss, könnten andere Athleten Chris Bumstead gefährlich werden. Aus deutscher Sicht sind fraglos alle Blicke auf Urs Kalecinski gerichtet.

Der in Mexiko lebende Mike Sommerfeld erhob ebenfalls zuletzt Ansprüche auf eine Platzierung an der Spitze des Feldes. Ob Mike sich erneut vor einem Fabian Mayer platzieren kann, wird vor allem davon abhängen, ob der in Heidelberg geborene Athlet es schafft, in Form zu kommen. Für den ganz großen Wurf könnte insbesondere Mike aber die Präsenz außerhalb der mexikanischen Community fehlen.

Anders sieht es dagegen mit zwei anderen Athleten aus. Terrence Ruffin unterstrich mit dem Sieg bei der Arnold Classic 2022 seinen Anspruch auf den Titel beim Mr. Olympia 2022 und dürfte seinen Blick vor allem auf Ramon Rocha Queiroz richten, der sich in Ohio an Urs vorbeischieben konnte. Urs wird auf der Olympia-Bühne mit klaren Verbesserungen antreten müssen, um sich wieder vor den Brasilianer zu schieben. Wenn es den Verfolgern gelingt, sich nicht nur mit sich selbst zu beschäftigen, sondern den Champ auf der Bühne zu attackieren, könnte es für Chris Bumstead der heißeste Tanz seiner Karriere werden.

(fha) | Titelbild: Instagram

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