Kai Greene Dokumentation erscheint am 26. August

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Gemessen an seinen Titeln war Kai Greene gewiss nicht der erfolgreichste Bodybuilder des 21. Jahrhunderts. Doch die Art und Weise, in der er den Sport als Kunstform auszuleben wusste, verschaffte ihm einen Legendenstatus. Jetzt wurde Greenes bewegende Biografie verfilmt. Am 26. August 2022 erscheint die Dokumentation mit dem simplen Titel „Kai“.

Kai Greene: aus dem Jugendarrest auf die Bodybuildingbühne

Bodybuilding-Dokumentationen gibt es zwar schon seit dem VHS-Zeitalter. Doch mit
Kai dürfen sich die Fans auf die Enthüllung eines bislang geheimnisumwobenen Lebens freuen. Man ahnte zwar schon immer, dass bei Kai Greene nicht immer alles so rund gelaufen ist und er in seinen expressionistischen Posingauftritten „irgendetwas verarbeitete“. Doch es war immer Teil seiner Kunstfigur, seine Geschichte verschlüsselt darzustellen und dem Betrachter Raum für Interpretationen zu lassen.

Im Film wird seine schwierige Vergangenheit nun in all ihrer Dramatik dargestellt. Die New Yorker Kindheit in ärmlichsten Verhältnissen, die Gewalt durch die Eltern, die Inobhutnahme durch das Jugendamt, die Zeit im Jugendarrest.

Kai ist eine Mischung aus schauspielerischen Darstellungen und Interviews mit dem Hauptprotagonisten und seinen Wegbegleitern. Mehr als 20 Stunden Interviews mit Greene wurde hierfür abgedreht. Und dabei lässt „The Predator“ tief in seine Seele blicken.

Kai Greene bringt sich mit Doku wieder ins Gespräch

Kai löst also genau jenes Mysterium auf, das zu Greenes großer Popularität beigetragen hat. Doch das dürfte dieser keinen Abbruch tun. Im Gegenteil wird die Dokumentation den Bodybuilder, der sich seit 2016 auf keinem Wettkampf mehr hat blicken lassen, gewiss endlich wieder so richtig ins Gespräch bringen.

Natürlich geht es auch um Kai Greenes sportliche Karriere und hierbei insbesondere um die ewige Rivalität mit Phil Heath, der ihn von 2012 bis 2014 dreimal in Folge auf den zweiten Platz des Mr. Olympia verwies. Es geht um die spektakulären Posings eines Mannes, der aus purem Überlebenswillen zum Kraftsport und Ausdruckstanz letztendlich zum Wettkampf-Bodybuilding gefunden hatte.

Und natürlich um das harte, fast freudlose Training und Leben in einer miesen Gegend von Brooklyn – ein harter Kontrast zur gängigen Bodybuilding-Kultur, die sich ja eigentlich am sonnigen Venice Beach abspielen sollte. Greene stand eben immer auf der anderen Seite des Spektrums. Auch das ist Teil seiner Art Performance.

Die Doku „Kai“ ist kein Film, sondern ein Leben!

Als Mischwesen aus Bodybuilder und Künstler ist Kai Greene längst kein Rookie vor der Kamera. Unter anderem ist er sogar in der Netflix-Serie „Stranger Things“ aufgetreten.

Der Trailer zu Kai weckt Vorfreude auf eine Produktion auf Spitzenniveau. Schließlich war neben dem Generation Iron Fitness Network, das unter anderem den Erfolgstitel „Ronnie Coleman: The King“ produziert hatte, auch Vlad Yudin von der Vladar Company federführend. Yudin ist kein Geringerer als der Produzent von „The Last Dance“, die vielfach ausgezeichnete Michael Jordan-Biografie.

Sich in eine derartige Filmografie einreihen zu dürfen, kann als große Auszeichnung für Greene verstanden werden. Und umgekehrt dürfte es auch für die Filmemacher kein besseres Urteil eines Portraitierten geben, als Greenes abschließendes Statement: „Das ist kein Film. Das ist mein Leben.“

(uh)

Titelbild: Generation Iron

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