Emir Omeragic gehört zu den derzeit besten Open-Bodybuildern in Deutschland. In den vergangenen Jahren gelangen ihm immer wieder Top-Platzierungen auf verschiedenen Wettkämpfen, doch die Olympia-Qualifikation blieb bislang aus. Als Konsequenz daraus vollzog der IFBB Pro einen Coach-Wechsel und lüftete nach einigen Wochen nun auch das Geheimnis, um wen es sich handelt. In diesem Zusammenhang sprach Emir Omeragic von einer letzten Chance.
Das größte deutsche Bodybuilding-Talent?
Obwohl Emir Omeragic bislang keinen Profi-Wettkampf gewinnen konnte, galt er bis vor Kurzem für viele Fans als die große Hoffnung im Schwergewichtsbodybuilding. Wäre Urs Kalecinski nicht in diesem Jahr überraschend in die Open gewechselt und hätte auf Anhieb zwei Profi-Wettkämpfe gewonnen, gäbe es hieran sicherlich auch keine Zweifel. Nachdem sich die Lage im deutschen Open-Bodybuilding jedoch gänzlich gewandelt hatte, wurde auch die Kritik an Emir Omeragic lauter.
Doch wer nur auf die Schwächen des Mitte-20-Jährigen verweist, wird weder dem Athleten selbst noch seiner bisherigen Wettkampflaufbahn gerecht. Seit dem Gewinn der Pro Card im Jahr 2021 bestritt der Schwergewichtsbodybuilder fast 20 Wettkämpfe. Bei der Hälfte seiner Starts landete er dabei in den Top 3, wobei das letzte Quäntchen Glück so manches Mal fehlte.
Auf der Bigman Pro 2023 zeigte der Deutsche seine bis dahin vielleicht beste Form und lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Roman Fritz. Dieses nahm bekanntermaßen für Letzteren das bessere Ende, und Roman Fritz trat damit in die Fußstapfen von Markus Rühl, Dennis Wolf und Ronny Rockel. Im vergangenen Jahr folgten – mit Ausnahme der New York Pro – ausschließlich Podiumsplatzierungen, die letztlich jedoch nicht für den großen Traum vom Olympia reichten.
Eine durchwachsene Saison 2025
Dies führte dazu, dass Emir Omeragic mehr als nur einmal andeutete, seine Wettkampfkarriere überdenken zu wollen. Dennoch fasste er vor der Saison 2025 neue Motivation und war in der Offseason so schwer wie noch nie. Letztlich zahlte sich dies auf der Wettkampfbühne jedoch nicht aus.
Die letzten Monate müssen für den jungen IFBB Pro die härtesten seiner Karriere gewesen sein. Nachdem er vor Beginn der Wettkampfsaison noch selbst die Diskussion darüber entfacht hatte, wer der beste deutsche Open-Bodybuilder sei, wurde er in Italien von Urs Kalecinski, Matthias Hollweck und Tim Budesheim geschlagen. Es folgte die Rehabilitation in Offenbach, doch mit Urs Kalecinski ging bekanntermaßen ein neuer Stern geradezu kometenhaft am deutschen Open-Bodybuilding-Himmel auf.
Dies führte erneut zu Überlegungen bei Emir Omeragic. Bereits während seines USA-Aufenthalts gab es ein Gespräch mit Derek Lunsford, über dessen Inhalt der Deutsche kein Wort verlor, das ihn jedoch zum Nachdenken gebracht haben soll. Nachdem die weiteren Wettkämpfe in Europa ebenfalls nicht allzu gut verliefen, kam es offenbar zur Trennung von seinem bisherigen langjährigen Vorbereiter Chris Aceto.
Emir Omeragic spricht von „Last Chance“ mit neuem Coach
Lange Zeit beschwor der IFBB Pro die gute Zusammenarbeit mit dem US-Amerikaner, der durchaus immer wieder für seine Methoden in der Kritik stand. Entsprechend überraschend war die Wende, die sich in den ersten Wochen auch mit Anpassungen im Training bemerkbar machte. Zunächst gab Emir Omeragic seinen neuen Coach nicht öffentlich bekannt. Dies änderte sich nun, wobei der Mitte-20-Jährige drastische Worte fand.
Nachdem Patrick Tuor einen Formcheck des Deutschen postete und von einer neunwöchigen Zusammenarbeit sprach, repostete Emir Omeragic dieses Bild. Das Besondere war jedoch die dazugehörige Anmerkung „last chance.“. Dies deutet darauf hin, dass der junge IFBB Pro ein letztes Mal alles für die Olympia-Qualifikation in die Waagschale werfen will.

Berücksichtigt man den Umstand, dass er sich aktuell noch im Aufbau befindet und anschließend eine Diät folgen muss, bleiben dem Bodybuilding-Talent noch knapp ein Dutzend Möglichkeiten, um die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Aus deutscher Sicht gilt es daher die Daumen zu drücken.
Titelbild: Instagram




















