Hinter Wesley Vissers liegt in mehrfacher Hinsicht eine schwierige Phase. Nachdem der Niederländer 2024 die Arnold Classic in Ohio und im UK gewinnen konnte, waren die Erwartungen an sein Abschneiden beim Olympia 2024 groß. Es folgte eine enttäuschende Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr, der weitere Rückschläge folgen sollten. Nun will Wesley Vissers bei der Arnold Classic 2026 zurückkehren und hat ein klares Ziel.
Die Arnold Classic 2024 eröffnet die Achterbahn der Gefühle
Um die aktuelle Situation von Wesley Vissers richtig einzuordnen, muss man sich den Verlauf seiner sportlichen Karriere in den vergangenen Jahren vor Augen führen. Der Niederländer nahm 2020 erstmals am Olympia teil und konnte sich bei seinem Debüt einen Rang vor David Hoffmann platzieren. Schon damals fiel der IFBB Pro mit einem speziellen Look auf, den einige Fans als das Idealbild der Classic Physique verstehen.
Die Judges sahen dies hingegen nicht immer so. Zwar konnte sich Wesley Vissers in den folgenden Jahren stets die Olympia-Qualifikation sichern, doch immer wieder gab es auch Wettkämpfe, bei denen er den Sieg verpasste und ein anderer Look bevorzugt wurde. Ende 2023 schien sich das Blatt jedoch zu wenden.
Nachdem er sich durch einen Sieg beim Romania Muscle Fest Pro bereits für den Olympia 2024 qualifiziert hatte, gewann Wesley Vissers im Frühjahr 2024 die Arnold Classic in Ohio. Breon Ansley, Urs Kalecinski und der amtierende Olympia-Champion Ramon Dino mussten sich allesamt dem Niederländer geschlagen geben, der im Anschluss auch die Arnold Classic UK für sich entscheiden konnte. Einige Fans erwarteten eine neue Zeitrechnung in der Classic Physique – doch die Arnolds sind nicht der Olympia.
Von der Pressekonferenz auf Platz 8 beim Olympia 2024
Das inzwischen jährlich wechselnde Konzept der Pressekonferenz beim Mr. Olympia 2024 sah vor, dass aus der Classic Physique eine kleine Auswahl an Top-Athleten ihren Platz auf der Bühne bekam. Neben Urs Kalecinski, Ramon Dino und Chris Bumstead, die im Vorjahr die Top 3 gebildet hatten, durfte sich auch der Arnolds-Sieger dazugesellen und wurde direkt neben dem damaligen Olympia-Champion platziert.
Dort präsentierte sich der Niederländer selbstbewusst. Er sprach davon, dass ihm die beiden Arnolds-Siege viel Selbstvertrauen gegeben hätten. Darüber hinaus kündigte er an, sich nicht nur vom Olympia 2023 bis zur Arnold Classic verbessert zu haben, sondern nach der Arnolds nochmals einen Sprung gemacht zu haben. All dies führte dazu, dass er sich im Rahmen der Pressekonferenz siegessicher zeigte.
Auf die Nachfrage, ob er der neue Standard sei, antwortete Wesley Vissers, dass er aus seiner Sicht die Golden Era besser repräsentiere als jeder andere. In Kombination mit moderner Konditionierung sei dies ein neuer Standard, den nun nur noch die Judges beim Olympia bestätigen müssten. Doch nur wenige Stunden später kam es anders: Wesley Vissers verschlechterte sich vom siebten Platz im Vorjahr auf Rang acht beim Mr. Olympia 2024.
Rückschlag bei den Arnolds und Rückkehr zu den Arnolds
Auch die anschließende Arnold Classic 2025 verlief für den Niederländer nicht wie erhofft. Statt in einen Zweikampf mit Mike Sommerfeld zu gehen, wurde der amtierende Arnolds-Sieger auf Platz fünf zurückgeworfen. Gemeinsam mit seinem Coach Stefan Kienzl fiel daraufhin die Entscheidung, den Olympia 2025 auszusetzen. Dennoch startete der Classic-Physique-Athlet nochmals bei der Detroit Pro, wo er Matt Greggo unterlag. Dieser belegte beim diesjährigen Olympia letztlich Platz zehn.
All dies führte zu körperlichen Reaktionen bei Wesley Vissers. Noch im November sprach er von gesundheitlichen und mentalen Problemen im Anschluss an die Wettkampfsaison, doch der Blick scheint bereits wieder nach vorne gerichtet zu sein. Trotz Gelenkschmerzen und Entzündungen habe er in der Offseason eine gute Form erreicht und sich instinktiv dazu entschieden, sich für die Arnold Classic 2026 anzumelden.
Insbesondere die Beine hätten sich verbessern müssen, was ihm nach eigener Aussage auch gelungen sei. Dies will der IFBB Pro im kommenden Jahr in Ohio beweisen. Das Ziel ist dabei klar: Wesley Vissers spricht nicht davon, auf der Arnold Classic 2026 den Titel zurückzugewinnen, sondern davon, sein Bestes zu geben und dabei gleichzeitig gesund zu bleiben. Der erste Schritt zum Wettkampf-Comeback ist damit gemacht.
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