Bodybuilding tut jedem gut!

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Wer das Wort Bodybuilding hört, denkt vermutlich an Arnold Schwarzenegger, Reis und Hühnchen sowie große Muskelberge, die auf natürlichem Weg nicht erreicht werden könnten. Dies wirkt auf einen Großteil der Bevölkerung abschreckend. Zu viele Muskeln, zu viel Verzicht, zu viele Einschränkungen im sozialen Alltag. Doch Bodybuilding ist deutlich mehr als ein Wettkampfsport, der seinen Athleten viel abverlangt. Bodybuilding hat für jedermann Vorzüge, derer man sich nur bewusstwerden muss. Bodybuilding kann helfen, Körper und Geist in Balance zu halten und ein Ausgleich zum restlichen Leben sein. Der folgende Artikel soll die Vorteile des Bodybuildings verdeutlichen, von denen jeder profitieren kann.

Bodybuilding als Bornout-Prävention: Wer im Alltag viel leistet, braucht einen Gegenpol

Ein bekanntes Sprichwort lautet: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Wer beruflich erfolgreich ist oder zumindest viel arbeitet, Zeit für die Familie aufbringt oder anderweitig stressige Aufgaben zu bewältigen hat, muss achtsam mit sich umgehen. Andernfalls riskiert man früher oder später seine körperliche sowie psychische Gesundheit.

Der Begriff hierfür lautet Burnout und wurde 1974 durch den Psychoanalytiker Freudenberger geprägt. Dabei sollte man Burnout nicht nur als Überengagement im Beruf missverstehen. Es stellt vielmehr das Resultat dar, wenn Menschen zu lange in ihrem Alltag über die physischen und psychischen Grenzen hinausgingen. Das Ganze geschieht nicht plötzlich, wie bei einem Unfall, sondern ist das Ergebnis eines längeren Prozesses. Energie- und Schlafmangel sowie eine anfällige Gesundheit sind jedoch bereits die ersten Anzeichen für ein deutlich erhöhtes Burnout-Risiko.

Bodybuilding und der damit verbundene Lifestyle können die beste Prävention sein, um ein Burnout zu vermeiden. Das bedeutet nicht, dass jeder dazu bereit sein muss, ein Leben voller Verzicht zu leben oder sogar eine Wettkampfdiät mit anschließendem Posing auf der Bühne umzusetzen. Vielmehr gilt es sich die Vorteile des Bodybuildings zunutze zu machen.

Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper

Belastbarkeit, Ausgeglichenheit und psychische Gesundheit geht mit einem gesunden Körper einher. Unser körperliches Wohlbefinden stellt die Grundlage für unsere mentale Gesundheit dar. Dies wird jeder nachvollziehen können, der schon einmal verletzt oder länger ernsthaft erkrankt war. Doch nicht nur Unfälle und Krankheiten stellen gesundheitliche Risiken dar. Der vielleicht wichtigste Faktor, welcher jedoch häufig vergessen wird, ist das Alter.

Wir alle altern. Jeden Tag und dieser Prozess ist nicht aufzuhalten. Wir können jedoch Einfluss auf die Art und Weise nehmen. Während unsere Jugend durch Wachstum und Leistungszuwachs geprägt ist, beginnen die erste Abbauprozesse bereits in den 20er Jahren. Die natürlichen Wachstumshormon- und Testosteronspiegel sinken, wobei dieser Prozess im Laufe der Jahre immer weiter zunimmt. In unserem Alltag bewegen wir uns dagegen als Erwachsene meist weniger, so dass wir Muskulatur verlieren und gleichzeitig Körperfett aufbauen, wenn wir nicht aktiv etwas dagegen tun.

Was mit Anfang 30 noch eine rein optische Veränderung sein mag, beginnt ab den 40er zu einem ernstzunehmenden Problem zu werden. Bandscheibenvorfälle sowie allgemeine Rückenschmerzen, schlechte Blutfett- und Cholesterinwerte, ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche im hohen Alter, ein erhöhtes Infektionsrisiko sowie ein geschwächtes Immunsystem…

Die Liste an körperlichen Abbauprozessen, die mit dem Alter einhergehen, ließe sich noch länger erweitern, doch bereits die genannten Beispiele sollten verdeutlichen: Wer nichts für seinen Körper tut, steuert unaufhaltsam auf gesundheitliche Probleme zu. Die Frage ist nicht „ob“, sondern „wann“ man sich das erste Mal mit ernsthaften Konsequenzen auseinandersetzen muss.

Bodybuilding ist keine Garantie, dass man möglichst lange oder sogar für das gesamte Leben von (den schlimmsten) Alterungsrisiken verschont bliebe. Es kann aber einen entscheidenden Teil dazu beitragen, das Risiko zu mindern und die tatsächlichen Konsequenzen zu verringern. Wie bereits im letzten Abschnitt betont, bedeutet das jedoch nicht, dass man zum Hardcore-Bodybuilder werden muss.

Wer einen Führerschein macht, fährt nicht in der Formel 1

Bodybuilding ist ein Sport, der den eigenen Körper und damit die eigene Gesundheit in den Fokus stellt. Training, Ernährung sowie Maßnahmen zur Regeneration zielen darauf ab, Muskulatur aufzubauen, den Geist sich erholen zu lassen und den Körperfettanteil gering zu halten oder zu reduzieren. Anders ausgedrückt, hat Bodybuilding das Ziel, den Alterungsprozess zu bremsen. Der Körper soll leistungsfähig bleiben, was mit einer erhöhten mentalen Belastbarkeit einhergeht. Wie in fast allen Bereich des Lebens gilt es dabei, ein gesundes Maß zu wahren.

Sparen ist empfehlenswert, sollte jedoch nicht in Geiz umschlagen. Fleiß auf Arbeit zahlt sich aus, man sollte jedoch nicht zum Workaholic werden. Und ebenso ist Bodybuilding ein sehr gesunder Sport, solange man diesen nicht auf Wettkampfebene betreibt oder als Hardcore-Lifestyle versteht.

Bodybuilding trainiert nicht nur die Muskeln, sondern auch den Lifestyle. Man ernährt sich ausgewogener, achtet auf seine Gesundheit und ermöglicht dem Körper sich zu regenerieren. Hiervon profitiert nicht nur die sportliche Leistungsfähigkeit, sondern auch das Leistungspotenzial in anderen Lebensbereichen. Bodybuilding trainiert Körper und Geist.

Training als Basis des Bodybuildings

Die Diskussion, ob Training oder Ernährung wichtiger für den sportlichen Erfolg sei, wird in keiner Sportart so heiß diskutiert, wie im Bodybuilding. Die Wahrheit ist, dass beides wichtige Faktoren darstellen. Ebenso entspricht es aber auch der Wahrheit, dass das Training die Basis des Bodybuildings ist. Wer im Fitnessstudio oder im Homegym nicht nur mit dem eigenen Körpergewicht trainiert, sondern schwere Gewicht bewegt, profitiert auf mehrere Ebenen.

Der Trainingsreiz sorgt dafür, dass der Körper im Rahmen des Regenerationsprozesses Muskulatur aufbaut. Dies geschieht nicht über Nacht, und Männer wie Frauen werden nicht plötzlich zu viele Muskeln aufgebaut haben. Schließlich werden wir auch nicht zur Christiano Ronalde, wenn wir am Wochenende auf dem Bolzplatz kicken. Je nach Trainingsintensität und Alter dient Bodybuilding in erster Linie dazu, alters- bzw. alltagsbedingte Muskelverluste auszugleichen.

Dies hat nicht nur optische Vorzüge, so dass man sich selbst lieber im Spiegel anschauen mag, sondern insbesondere auch gesundheitliche. Ein Großteil der Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfälle, die Menschen im mittleren und höheren Alter erleiden, ist auf mangelnde Bewegung und eine verkümmerte Muskulatur zurückzuführen. Gezieltes Krafttraining ist ein fester Bestandteil der Rehabilitation und gleichzeitig die beste Prävention.

Intensives Training verbraucht darüber hinaus Kohlenhydrate, so dass die körpereigenen Speicher nicht nur geleert werden, sondern sich mit der Zeit auch vergrößern. Der Körper muss entsprechend Kohlenhydrate aus der Nahrung nicht zwangsläufig in Fett umwandeln und die Bauchspeicheldrüse spart Insulin, da die Zellen nach dem Training aufnahmefähiger sind. Es gibt kaum eine bessere Prävention vor Altersdiabetes.

Gleiches gilt für den passiven Bewegungsapparat und insbesondere die Knochen. Jeder vier Frau und jeder 17. Mann über 50 Jahren ist von Osteoporose betroffen, was in Kombination mit einer verringerten Muskelmasse das Knochenbruchrisiko erhöht. Wer bereits im jungen und mittleren Alter regelmäßig Krafttraining betreibt, leistet einen wichtigen Beitrag dafür, das Risiko deutlich zu verringern.

Ernährung als zweite wichtige Säule

Bodybuilding ist nicht nur das Bewegen schwerer Gewichte, sondern auch ein achtsames Umsetzen der Ernährung. Eine zielgerichtete Ernährung unterstützt das Erreichen der dargestellten sportlichen Ergebnisse. Wer an Körperfett verliert, weil er im Rahmen der Diät die Kalorien reduziert, oder im Alltag auf seine Kalorienzufuhr achtet, vermeidet nicht nur einen zu hohen Köperfettanteil, sondern hat auch bessere Blutzucker- und Blutfettwerte. Dabei muss niemand einen völligen Verzicht leben und nur noch Reis und Hühnchen essen.

Eine gesunde Ernährung ist in erster Linie eine bewusste Ernährung, die zum Großteil aus unverarbeiteten Lebensmitteln besteht. Reis, Kartoffeln, Gemüse, Obst, Fleisch und Milchprodukte stellen je nach Verträglichkeit und ethischem Standpunkt die Grundlagen einer gesunden Ernährung dar. Wer seine Kalorien zu 80 Prozent auf diesem Weg zu sich führt, stellt gleichzeitig eine ausgewogene Mikronährstoffzufuhr sicher, die für körperliche Prozess und vor allem das Immunsystem wichtig sind.

Es ist völlig in Ordnung, weiterhin Alkohol in Gesellschaft, ein gutes Stück Kuchen oder auch eine Pizza zu genießen. Achtsamkeit bedeutet nicht Enthaltsamkeit, sondern nur, dass man bewusst genießt. Die Ernährung sollte nicht zur sozialen Isolation beitragen. Wer auf Arbeit normalerweise in der Kantine oder am Wochenende mit der Familie am Tisch gute Hausmannskost isst, wirft damit nicht alle guten Vorsätze über Bord.

Eine bodybuilding-orientierte Ernährung umzusetzen, kann auch bedeuten, in der Kantine nicht jeden Tag den großen Nachtisch zu nehmen oder beim Kochen zu Hause die Nutzung von Butter und Öl etwas zu reduzieren. Auf diese Weise fördert Bodybuilding die körperliche Gesundheit nicht auf Kosten des psychischen Wohlbefindens.

Eine gesunde Ernährung ist in erster Linie eine bewusste Ernährung, die zum Großteil aus unverarbeiteten Lebensmitteln besteht.

Regenaration als wichtiges Bindeglied

Doch alles Training der Welt und jede noch so gesunde Ernährungsweise führen nicht zum Erfolg, wenn die Regeneration nicht passt. Hierbei ist insbesondere Schlaf ein wichtiger Faktor, von dem die meisten Erwachsenen häufig zu wenig bekommen. Hieran ändern Bodybuilding per se nichts, aber es kann dabei helfen, ein Bewusstsein zu schaffen, das bei der Selbstreflexion unterstützt. Darüber hinaus kann Training ein guter Ausgleich zum Stress in Beruf und Alltag sein, was wiederum dabei unterstützen kann, in den Schlaf zu finden.

Während Bodybuilding für die Muskeln eine Belastung sein mag, stellt es für den Geist für viele Trainierende eine Entlastung dar. Es unterstützt beim eigenen Stressmanagement und wirkt sich damit förderlich auf die eigene Stimmung aus. Man ist ausgeglichener und dadurch gleichzeitig belastbarer.

Eine gesunde Ernährung kann bei diesem Prozess helfen. Wichtige Mikronährstoffe wie Zink oder Magnesium sind an hunderten Prozessen im Körper beteiligt und wirken sich auch auf Botenstoffe aus, die den Schlaf fördern. Darüber hinaus können Supplemente wie ein Melatonin-Spray direkt den Einschlafprozess verkürzen.

Doch alles Training der Welt und jede noch so gesunde Ernährungsweise führen nicht zum Erfolg, wenn die Regeneration nicht passt

Jeder profitiert vom Bodybuilding

Die dargestellten Beispiele sollte verdeutlichen, dass jeder unabhängig von Alter oder Leistungsanspruch davon profitiert, mit dem Bodybuilding anzufangen. Ob dies dann „Fitness“, „Pumpen“ oder „Sport machen“ genannt wird, ist egal. Entscheidend ist, dass Körper und Geist von dem Training mit Gewichten sowie einer ausgewogenen Ernährung profitieren. Niemand muss teure Sportklamotten oder unzählige Nahrungsergänzungsmittel kaufen, um Erfolge im Bodybuilding zu erzielen. Ein gutes Proteinpulver, Kreatin und Omega-3-Fette stellen eine kostengünstige Basis dar, mit der die sportlichen und gesundheitlichen Ziele unterstützt werden. Das Wichtigste hat man aber selbst in der Hand: Man muss anfangen!

Autor: Dr. Frank-Holger Acker

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