Sascha Huber: Vom Mobbingopfer zum Social Media-Star

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Ein Österreicher in der Champions League der deutschsprachigen YouTube-Szene: Sascha Huber zählt zu den ganz Großen im Influencer-Game – und das nicht nur mit Hinblick auf Likes und Follower. Der Salzburger punktet auch durch sportliche Vielfalt, Authentizität und Sympathie.

Der erfolgreichste deutschsprachige Fitness-YouTuber: Sascha Huber

 Sascha Huber ist mit derzeit mehr als 1.2 Millionen Abonnenten der erfolgreichste männliche YouTuber mit reinem Fitness-Content im deutschsprachigen Raum.

Sein erstes Video ging Oktober 2016 live. Seitdem lädt Huber regelmäßig Inhalte hoch, die sich vor allem um allgemeines Fitnesstraining, Bodyweight-Übungen, HIT-Training und Ernährung drehen. Fans des Oldschool-Bodybuildings werden hier nicht bedient. Aber Hubers Content ist massentauglich: Insbesondere die vielen Mitmach-Videos dürften seinen Abozahlen während der Corona-Pandemie nochmal einen ordentlichen Schub verliehen haben. Zudem präsentiert Huber den typischen Beachbody, der den weitaus meisten Männern so erstrebenswert wie realistisch machbar erscheinen dürfte.

Neben seinem Hauptkanal betreibt Sascha Huber einen Reaction-Channel mit 224.000 Abonnenten. Auf Instagram folgen seinem Profil sascha_huber_official Mitte Februar schon fast 400.000 Menschen.

Vom Mobbingopfer zum Social Media-Star

 Eine Transformationsgeschichte steckt hinter so gut wie jedem Fitness-Influencer – schließlich fasziniert den Menschen nichts so sehr wie Geschichten von jemanden, der es von ganz unten nach ganz oben geschafft hat. Sascha Hubers Story ist allerdings besonders drastisch und wird von ihm besonders ungeschminkt erzählt.

Huber, Jahrgang 1992, wurde aufgrund seines starken Untergewichts in der Schule zum Opfer massiven Mobbings. Hierdurch entwickelte er bereits in jungen Jahren diverse psychische Leiden. In einem Video erzählt er beispielsweise, er hätte Angst davor gehabt, auf Fliesenfugen zu treten. Was auf den ersten Blick ganz witzig erscheint, verwandelte sich in seinem Fall in eine von vielen Zwangsstörungen, die seinen Alltag vollkommen beherrschten. So unterzog sich Sascha Huber mehreren ambulanten und stationären Behandlungen. Den Ausweg aus seinem Leiden fand er dann im Fitness- und Krafttraining.

Seine eigene Geschichte motivierte Sascha Huber, an die Öffentlichkeit zu treten und möglichst viele Menschen an den Kraftsport heranzuführen. Jenes Hobby also, dem sein eigenes Leben eine 360-Grad-Wende zu verdanken hat.

Handstand, Ninja Warrior und Guiness World Record-Versuch – ein sportlicher Allrounder

 Wie wohl bei den meisten Jungs in der DACH-Region, liegen Sascha Hubers sportliche Wurzeln im Fußball. Mit dem Krafttraining begann er dann bereits im Alter von 14 Jahren. Seitdem hat er seinen Fokus auf Muskelaufbau, funktionales Training und komplexere Eigengewichtsübungen gelegt. Huber ist kein Wettkampfbodybuilder, kein Massemonster – aber seine athletische Vielfalt zollt dem Zuschauer Respekt ab.

Auf seinem Channel versucht Sascha Huber sich immer wieder an neuen sportlichen Herausforderungen wie dem KSK-Fitnesstest, er veröffentlicht Tutorials für den Handstand oder Backflip. Selbst die österreichische Nationalmannschaft der Turner war beeindruckt, als der YouTuber fortgeschrittene Übungen wie das Iron Cross im ersten Versuch bewältigte. Auch an der Langhantel macht Huber keine schlechte Figur: Bei einem Maximalkraftversuch im Bankdrücken landete er bei 150 Kilogramm – und das bei einem (geschätzten) Körpergewicht von grade einmal 80 kg.

Einer breiteren Öffentlichkeit abseits der Fitness-Blase wurde Sascha Huber durch seine Teilnahme am österreichischen Ninja Warrior bekannt. Hier scheiterte er in der ersten Runde am letzten Hindernis.

Auch ein Gastauftritt auf dem derzeit sehr populären Channel „Ehrenpflaume“ des Moderators Kai Pflaume spendierte dem Österreicher gewiss neue Klickzahlen.

Publikumswirksam auch eine Spendenaktion im Dezember 2019: Huber spendete für jeden Liegestütz, den ein Teilnehmer unter dem Hashtag #1millionenliegestützechallenge in den sozialen Netzwerken per Video veröffentliche, einen Cent an das Kinderhilfswerk UNICEF. Klar, auch hinter dieser Aktion steckten die üblichen Maßnahmen zur Generierung von Reichweite – „Markiere mich unter deinem Video“; „Nominiere 3 Freunde“ -, aber einen beachtliche Spendensumme kam nebenbei doch zustande. Die ursprünglich anvisierten 10.000€ waren schon nach 4 Tagen übertroffen worden. Am Ende konnten mehr als 34.000€ an UNICEF übergeben werden.

Apropos Liegestütze: Ein Versuch, den Guiness World Record der meisten Liegestütze innerhalb einer Stunde zu knacken, scheiterte recht kläglich – die zu schlagenden 2806 Pushups verfehlte Sascha Huber um rund 500 Wiederholungen. Immerhin hat die Aufnahme bis heute fast 1.5 Millionen Clicks erhalten. Ganz vergebens war die Mühe also nicht. Und immerhin: Den Weltrekord der meisten Liegestütze innerhalb von 30 Sekunden konnte Huber brechen. Dieser steht jetzt bei 65 Wiederholungen.

Sascha Huber privat

Sascha Huber stammt aus der österreichischen Kleinstadt Radstädt im Bundesland Salzburg. Nachdem er die Schule mit der Matura – dem österreichischen Pendant zum Abitur – beendete, leistete er einen einjährigen Freiwilligendienst beim Bundesheer. Auch hier konnte er seine Leidenschaft zum Kraftsport weiter vertiefen.

Bis heute ist Huber Zeitsoldat. Er studierte Jura, arbeitet aber derzeit hauptberuflich als YouTuber und Instagrammer. Seine Werbeeinnahme und Kooperationen dürften angesichts seiner Follower-Zahlen für ein komfortables Einkommen sorgen.

Huber ist mit Paulina Wallner liiert, die ebenfalls einen erfolgreichen YouTube-Channel betreibt und auch in seinen Videos immer wieder auftritt. Das Influencer-Paar lebt gemeinsam in der ländlichen Idylle seiner Heimat.

Sascha Huber – Good Vibes only

 Natürlich hat auch Sascha Huber das Rad der Sozialen Medien nicht neu erfunden. Hater dürften seinen Content als austauschbar bezeichnen oder den ständigen Verweis auf seine düstere Vergangenheit kritisieren.

Und doch ist der Österreicher eine Persönlichkeit, auf die sich alle einigen können. Er verkauft keine überteuerten Coachings an naive Jugendliche, zettelt keinen „Beef“ mit Branchenkollegen an, er teilt sich mit seiner Freundin einen schwarzen Kleinwagen von Citroen statt vor dem geleasten Lamborghini zu posen. Und vor allem hinterlassen seine Videos den Zuschauer immer mit einem guten Gefühl. Good Vibes only scheint das Motto seiner Kanäle zu sein – eine Strategie, der man eine siebenstellige Followerzahl gern gönnt.

Quelle Bilder: Sascha HuberPauline WallnerKai PflaumeAutor: Ulrike Hacker

 

 

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