So hat es Thomas zum Wettkampf in die USA geschafft

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Tortz der aktuellen Bedingungen und Einschränckungen hat sich IFBB Profi Thomas Kunz für Wettkämpfe in den USA entschieden. Am kommenden Samstag (15.05.21) wird der Schweizer in New York auf der Bühne stehen. Die NY Pro Show soll der letzte Wettkampf dieser Saison sein.

Interview mit Men´s Physique Profi Thomas Antonio Kunz: Aus der Schweiz alleine zum Wettkampf in die USA

  • Hallo Thomas, stell dich doch bitte kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Thomas Kunz, ich bin 25 Jahre alt und schweizer-angolanischer Doppelbürger. Ich lebe in Bern, wo ich auch aufgewachsen bin, geboren bin ich jedoch in Angola. Mein größtes Hobby, das ich zu meinem Beruf zu machen versuche ist Bodybuilding, sowohl die Wettkämpfe wie auch Athletenbetreuungen rund um die Welt. Zusätzlich studiere ich an der Wirtschaftsschule in Zürich Recht.

  • Wie bist du zum Bodybuilding und Kraftsport gekommen?

Ich bin eigentlich seit ich denken kann Fußballfanatiker und konnte mir nie irgendwas anderes als Sportart für mich vorstellen. Nach zehn Jahren aktivem Fußball habe ich mich nach verschiedenen Verletzungen und aufgrund fehlenden Talents dafür entschieden, etwas anderes zu machen, um mit vollem Ehrgeiz neue Ziele zu setzen.  Angefangen hat es eigentlich mit einen ganz harmlosen Besuch im Fitnessstudio, wo ich dann so verbissen an mir arbeitete, dass ich irgendwann entschieden habe, einen Wettkampf zu machen. Long story short: Ich habe Blut geleckt und bin jetzt Bodybuilder mit allem was ich habe.

Thomas Kunz ist 25 Jahre alt und schweizer-angolanischer Doppelbürger. Der IFBB Profi lebt aktuell in Bern
  • Wie verlief dein letzter Wettkampf?

Letztes Jahr war für mich ziemlich intensiv und eine Hochschaubahn. Nachdem Corona mir und meinem ersten Start in den USA einen Strich durch die Rechnung machte – ich wollte im März 2020 in Kalifornien starten – lernte ich über Eric Wildberger (IFBB Men Physique Pro) meinen Coach Stefan kennen. Wir entschieden uns den ersten möglichen Start ins Auge zu fassen, was allerdings bis Alicante dauerte. Leider lief Alicante nicht nach Plan und ich konnte die Top 10 nicht knacken. Danach ging es nach Rumänien, wo ein vierter Platz die Belohnung war. Eigentlich wollte ich auf Grund der langen Strapazen – fast das ganze Jahr in Vorbereitung – es nach Rumänien für 2020 sein lassen, andererseits war das wirklich eine knappe Geschichte und so entschied ich mich für einen Start in San Marino der mit dem zweiten Platz belohnt wurde. Diese Platzierungen haben mir ordentlich Punkte beschert und somit ist der Traum einer Olympia-Quali in greifbarer Nähe. Aus diesem Grund planten Stefan und ich, dieses Frühjahr so früh wie möglich zu starten, da aber sämtliche Wettkämpfe in Europa abgesagt wurden, kam nur die Reise in die USA in Frage.  Nach einer kurzen Erholungsphase und Offseason nach San Marino startete die Vorbereitung für 2021 im Jänner.  Am 24. Februar ging es dann mitten in der Prep nach Cancun, um dort meine Prep fortzusetzen und auch um der Einreisequarantäne in die USA zu entgehen. Am 12. März ging der Flug dann nach Houston um mich dort auch auf den Wettkampf vorzubeiten. Nach dieser Odysse war dann am 3. April der erste Wettkampf die 2021 IFBB Houson Turnament of Champions. Unter 39 Startern war ich der einzige Europäer und war auch im ersten Call Out. Am Ende wurde es ein zehnter Platz. Mit dem Paket war ich sehr zufrieden, dennoch hatten wir uns mehr erwartet, deshalb wurden sofort weitere Wettkampfpläne geschmiedet. Vor allem in der Men´s Physique wechseln Platzierungen zwischen den Wettkämpfen sehr sprunghaft, so gewann zum Beispiel der Zwölfte aus Houston zwei Wochen später mit dem gleichen Look die Wasatch Warrior Show. Am selben Tag fand auch die Legends Classic Show in Arizona statt, für die ich mich entschied, eventuell die falsche Entscheidung, aber wie sollte man es vorher wissen. Leider wurde es dieses Mal nur der zwölfte Platz, wieder als einziger Europäer. Da mir die Worte von Ronny Rockel immer im Kopf sind, der sagte, man muss Präsenz zeigen und starten, starten und starten entschieden wir uns nach kurzer Krankheit die New York Pro als Abschluss der Amerikareise mitzunehmen.

  • Wieso hast du dich in der aktuellen Lage für einen Wettkampf in den USA entschieden und hattest du Angst, dass es ggf. nicht mit der Einreise klappt?

Wie schon gesagt: Es war für das Frühjahr die einzige Möglichkeit. Darüber hinaus denke ich, dass es einfach wichtig ist in der Pro League Präsenz zu zeigen und auch wenn die Ergebnisse nicht immer nach meinen Wünschen sind, nicht aufzugeben und sich nach oben zu arbeiten. Ich bin noch jung und für alle Erfahrungen dankbar und jede Show bietet Potential für Verbesserung.

Die Einreise war natürlich eine stressige Geschichte, aber mit genügend Zeitpuffer geplant, falls es Probleme geben würde. Die Reise von Cancun nach Houston war spannend und wäre fast in die Hose gegangen.

  • Konntest du dich problemlos vorbereiten oder gab es in der Schweiz und den USA Probleme?

Das schwierigste in dieser Prep war die Einsamkeit. Infrastruktur (Gym, Essen und Co.) ist überall vorhanden und wenn man sich ausreichend mit der Planung beschäftigt auch kein großes Problem. Das ganze Ding aber alleine durchzuziehen, war schon eine arge Challenge. Ich hatte bis kurz vor Abreise nach Houston in Cancun einen sehr guten Freund bei mir, dem ich unendlich dankbar bin. Die letzten vier Wochen vor Houston war ich aber vollkommen auf mich alleine gestellt. Eine Situation die neu für mich war und mich definitiv hat reifen lassen. Nach der Legend Show bin ich zurück nach Vegas und nun war ich nochmal in Mexiko, wo mich nochmal Freunde besucht haben, bevor es diese Woche wieder nach Houston und dann weiter nach Florida ging.

  • Am kommenden Samstag (15.05.21) startest du in New York. Was hast du dir für den Wettkampf vorgenommen?

Der Plan ist, wieder mein absolut Bestes zu zeigen. Man kann immer alles verbessern. Ziel ist die Taille noch besser unter Kontrolle zu haben und die Bauchspannung zu verbessern. Für welches Ergebnis es reicht, steht in den Sternen, ich weiß aber, dass ich da vorne mitmischen kann!

  • Wie sieht deine Ernährung aus und wie gestaltest du dein Training?

Stefan kontrolliert beides seit März 2021. Die Ernährung ist ziemlich oldschool mit unterschiedlichen Tagen für Pull und Beine, Push und Arme und den Pausentag. Wir achten auf niedriges Volumen beim Essen um wenig Verdauungsbelastung zu haben. Das Training ist klassisch Stefan, aber auf die Men Physique abgewandelt, keine große Rumpfbelastung und reduzierte Verbundübungen, aber für alle die sich fragen, ja ich trainiere Beine.

  • Hast du Vorbilder?

Vorbilder an sich habe ich keine, ich nehme mich selber gerne als Motivation und Vorbild. Ich habe Respekt vor jedem einzelnen in diesem Sport und anerkenne jegliche Leistung – egal in welchem Verband oder auf welchem Niveau, weil ich einfach weiß, was es braucht um eine Prep durchzuziehen. Mein favorisierter Athlet in der Mens Physique wäre aber im Moment Raymont Edmonds.

  • Was macht für dich die Faszination am Bodybuilding aus?

Die Verwirklichung des eigenen Traumkörpers aus eigener Kraft – jeder hat selbst in der Hand wie viel er in sein „Homeprojekt“ investiert und wird dann am Ende auch so belohnt.

Ich danke allen die mich auf diesem Weg supportet und mich immer wieder zu weiteren Höchstleistungen angetrieben haben. Ohne alle die Menschen wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Für alle die mich bisher noch nicht gekannt oder verfolgt haben schaut doch mal bei mir auf Instagram vorbei: @thomasantonio_ifbbpro.

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