Energiekrise: McFit und FitX reagieren

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Wir stecken mitten in der Energiekrise und der Winter wirft seine Schatten voraus: In Deutschland geht das Licht aus – und mit ihm die Heizkörper. Auch die Fitnessbranche muss auf die rasant steigenden Kosten reagieren. Die großen Player McFit und FitX legen schon mit konsequenten Maßnahmen vor.

Die Fitnessbranche gerät von einer Krise in die nächste

Die Fitnessstudiobetreiber haben in den vergangenen zweieinhalb Jahren schon viel einstecken müssen. Die Corona-Pandemie beendete eine nicht abreißen wollende Erfolgswelle praktisch über Nacht. Lange Schließungen und harte Hygieneauflagen sorgten für den ersten Mitgliederrückgang seit den 90er-Jahren.

Dennoch zeigte sich die Branche resilient und schien sich in den letzten Monaten vom Schock erholt zu haben. Jetzt schlittert sie mit dem Rest der europäischen Wirtschaft in die nächste Schieflage: Die Energiekrise bedroht natürlich auch die Gyms. Große Räumlichkeiten, Festtagsbeleuchtung, energieintensive Anlagen wie Saunen und Solarien, dazu großzügige Öffnungszeiten: Die kommenden Monate werden teuer.

Insbesondere die Discountgyms dürften diese Mehrkosten durch ihre Mitgliedsbeiträge nur schwer decken können, daran ändert auch McFits Preiserhöhung um 5 Euro vom März dieses Jahres nichts – und der damals lautstarke Protest lässt darauf schließen, dass die Ausgabebereitschaft der typischen Klientel schon jetzt nahezu ausgereizt ist.

McFit reagiert mit Schließung von Studios

McFit machte sich einst nicht nur mit der Erfindung des Discount-Gyms, sondern auch mit der Einführung der 24/7-Öffnung verdient. Jetzt rudert der Marktführer zurück. Einige ausgewählte Studios sollen zukünftig von Mitternacht bis 6.00 Uhr morgens schließen. Hiervon sollen laut Geschäftsführung nur wenige Standorte betroffen sein, denen sich nach noch ausstehender Analyse eine geringe Auslastung zu diesen Nebenzeiten bescheinigen lässt. Der Großteil der über 160 McFit-Studios bleibt weiterhin rund um die Uhr geöffnet.

FitX reguliert Raumtemperatur

Auch McFits stärkster Konkurrent FitX versucht, auf die Preisbremse zu drücken. Seit September werden die Studios nur noch auf maximal 19 Grad geheizt. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um ein betriebswirtschaftliches Kalkül, sondern um die Umsetzung der offiziellen Energiesparverordnung für öffentliche Gebäude.

Alle müssen sparen

Die genannte Verordnung lässt immer noch Handlungsspielraum und trifft beispielsweise keine Aussagen über Duschtemperatur und -dauer oder Wellnessanlagen. Wie die Studios und Studioketten hier agieren werden, wird sich noch zeigen.

Gespart oder kompensiert wird jetzt schon überall auf unterschiedliche Weise. Einige Inhabergeführte Studios, z.B. Partner des Franchiseunternehmens Clever Fit, haben einmalige Energiepauschalen erhoben oder ihre Beiträge spontan erhöht. Dass die Zustimmung hier häufig mit Durchschreiten des Drehkreuzes eingeholt wird, führte schon häufiger zu Verstimmungen unter den Mitgliedern.

Sparmaßnahmen betreffen auch das Abschalten von Innen- und Werbebeleuchtungen oder Saunen und Dampfbädern außerhalb der Stoßzeiten. Für die Betreiber ist die Abwägung zwischen Sparzwang und Servicegedanken ein heikles Unterfangen.

Die Problematik kommt zu Unzeiten. Im Gegensatz zur Pandemie sind jetzt ausnahmslos alle Mitglieder ebenfalls finanziell schwer getroffen. Da ist bei manchem die Option einer erneuten Solidarität gar nicht mehr gegeben. Es bleibt zu hoffen, dass staatliche Hilfen die Kollateralschäden zumindest teilweise abfangen können – und diesmal deutlich effektiver, als sie es zu Coronazeiten getan haben.

(uh) | Titelbild: Shutterstock.com

2 KOMMENTARE

  1. Staatliche Hilfen für staatlich verursachte Probleme? – Ein Witz – solange alle mitmachen und nur maulen, wird das so weitergehen – Wer immer noch nicht begriffen hat, wie der Hase läuft, dem ist nicht mehr zu helfen!
    Ja, in Deutschland geht das Licht aus… und alle werden mit offenem Maul und dämlich- ungläubigen Blick in Regen und Kälte stehen – Ich verspüre kein Mitleid.

  2. Würden die Grünen endlich über ihren Schatten springen und die Kernkraftwerke weiterlaufen und die 2021 abgeschalteten reaktivieren, würde sich die Problematik spürbar relativieren…,

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