Sophia Thiel beichtet Rückfall in Essanfälle

3
3003

Nach ihrem Comeback wollte Sophia Thiel über mentale Erkrankungen aufklären und die Community an ihrem eigenen Kampf gegen die Essstörung teilhaben lassen. Wie läuft es da eigentlich momentan? Eine aktuelle Instagram-Story der Influencerin zeigt: Durchwachsen.

Die Geschichte von Sophia Thiel 

Sophia Thiel hat in ihren noch jungen Jahren schon beeindruckende Höhenflüge erlebt – aber auch viele tiefe Täler durchschreiten müssen.

Nachdem es die Story vom moppeligen Teenager zur Bikini-Athletin ins Privatfernsehen geschafft hatte, brachte Sophia es zu einer bis dato nie dagewesenen Popularität in der Fitnessszene. Sie sammelte mehr als eine Millionen Follower auf Instagram und YouTube und wurde zum Idol einer ganzen Generation junger Frauen.

Doch Sophia konnte dem Druck nicht standhalten, was sich für alle sichtbar in ihren Gewichtsschwankungen zeigte. Heute ist bekannt: Die junge Frau aus Rosenheim litt jahrelang unter einer Binge Eating-Störung. 2019 zog sie sich in einer Affekthandlung für ganze zwei Jahre aus der Öffentlichkeit zurück.

Das macht Sophia Thiel heute

2021 kehre Sophia Thiel in die Öffentlichkeit zurück. Die frühere Bodybuilderin hat sich in einem Gewicht um die 90 Kilogramm häuslich eingerichtet. Sie hat ein Buch über ihre Lebens- und Leidensgeschichte geschrieben und zieht durch die Talkshows, wo sie genau wie auf ihren eigenen Kanälen über Essstörungen und mentale Gesundheit aufklärt. Kürzlich ist sie mit ihrem Freund nach Berlin gezogen, um auch örtlich einen Neuanfang zu wagen.

Rückfall in die Fressattacken

Ein Umzug bedeutet für jeden Menschen Stress. Jemanden wie Sophia, die sich selbst als „Planungs- und Kontrollfreak“ bezeichnet, kann ein derartiger Umbruch den Boden unter den Füßen wegziehen. Im Oktober veröffentlichte sie ein Video auf ihrem YouTube-Channel, auf dem sie schildert, wie sie die Unsicherheit durch mehr Kontrolle beim Essen kompensiert. Dennoch bezeichnet sie sich als mental stabil.

Scheinbar hat das Pendel nun wieder in die andere Richtung ausgeschlagen. Kürzlich beichtete Sophia Thiel in einer Instagram-Story, dass es ihr psychisch wieder schlechter gehe und die Essanfälle zurückgekehrt seien. Die 27-Jährige hat bei sich selbst ein Muster erkannt, nachdem auf jede dreimonatige Phase einer disziplinierten Ernährung ein Rückfall in alte destruktive Verhaltensweisen erfolgt.

Ein schlechtes Vorbild?

Sophia selbst zeigt sich ehrlich frustriert von diesem Rückschritt. Trotz intensiver psychologischer Betreuung und Aufarbeitung ihrer Probleme scheint es ihr nicht zu gelingen, dem Teufelskreislauf aus übertriebener Disziplin und darauffolgendem Binge Eating zu entkommen.

Ist Sophia Thiel überhaupt noch die richtige Person, um anderen Menschen in vergleichbaren Lebenslagen die helfende Hand auszustrecken? Wäre die logische Konsequenz aus den krankmachenden Jahren in der Öffentlichkeit nicht, dieser jetzt endgültig den Rücken zuzukehren? Die Kritiker unterstellen ihr schon seit ihrem Comeback Geltungsbedürfnis und Geldgeilheit. Es ginge ihr gar nicht um Aufklärung, sondern allein darum, die während der Auszeit eingeschmolzenen finanziellen Reserven wieder aufzufüllen.

Festzustellen ist auf jeden Fall: Eine Essstörung ist nicht vollständig heilbar. Betroffene können nur lernen, mit ihr umzugehen. Das ist eine lebenslange Aufgabe, davor schützt auch der Promistatus nicht. Sophias Leben ist weiterhin, äußerlich wie innerlich, ein einziger JoJo-Effekt. Es bleibt ihr zu wünschen, dass es vom derzeitigen Tiefpunkt bald wieder nach oben geht.

(uh) | Titelbild: Wikimedia.org

3 KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here