Steve Benthin – Dauerbrenner Mr. M.

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Steve Benthin polarisiert die Bodybuilding-Fans nun schon seit über 10 Jahren. Dabei mag man von „Mr. M“ halten, was man will – in einer Welt voller Scheinheiligkeit bleibt Steve einfach konsequent sich selber treu.

Ein schlechter guter Einfluss? Influencer Steve Benthin

Schon bevor die heute gängigen Plattformen des Web 2.0 ihre Verbreitung fanden, gelang es Steve Benthin, eine starke Marke aus seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit zu formen. Seiner unverblümten Art zum Dank stieg er schon in den Anfangsjahren seiner Wettkampfkarriere zum beliebten Werbe- und Interviewpartner auf. Steve brachte immer frischen Wind in eine Sportart, die eher von schweigenden, harten Arbeitern geprägt ist.

Seinem Instagram-Profil @steve_benthin_ folgen heute mehr als 84.700 Nutzer. Sein 2015 ins Leben gerufener YouTube-Kanal Steve Benthin bringt es auf 72.900 Abonnenten. Im Zuge einer kreativen Schaffenskrise legte Steve den Channel 2020 kurzzeitig still und startete das Projekt Hans Hoffmann, auf dem besonders leicht verdaulicher Content wie Reaction Videos oder Fresswettbewerbe zu finden ist.

Der Kanal läuft unter dem professionellen Management der Medienagentur Athletia Sports und brachte es in weniger als einem Jahr auf mehr als 45.000 Abonnenten – und das mitten in der Corona-Pandemie, in der ganz Fitness-YouTube eigentlich stagnierte. Hans Hoffmann ist übrigens auch das Sprungbrett der Karriere des neuen Social Media-Stars Hollywood Matze.

Steve Benthin oder Hans Hoffmann?

Warum eigentlich „Hans Hoffmann“? Der Name ist eine Anspielung auf Steves einstiges Pseudonym, unter dem er, zum Zwecke eines Seiteneinkommens, Videos für das eher volljährige Publikum drehte. Auch aus diesem Part seiner Lebensgeschichte hat er nie einen Hehl gemacht.

Steve Benthin, der sich selbst als „Mr. M“ (wobei hier das M – unter anderem –  für „Masse“ steht) vermarktet, erfährt auch abseits der Fitness YouTube-Szene in den Boulevardmedien viel Aufmerksamkeit. Er war schon zu Gast in Talkshows, bei Stern-TV und in einer umfangreichen Sat.1-Dokumentation über seine Person.

Der legendäre #thaireport mit Steve Benthin und David Hoffmann. Die Videos gibt es bei Team-Andro.com

Fußball, Boxen, Koch , Bankdrücken – Bodybuilder

Steve Benthin, mittlerweile in Hamburg wohnhaft, wurde 1982 in Schwerin geboren. Nach der Wiedervereinigung lebte er mit seiner Familie einige Zeit in Gelsenkirchen, wo er, wie in der Region wohl selbstverständlich, Fußball spielte. Nach dem Rückzug in die ostdeutsche Heimat probierte er sich zunächst im Boxen aus und fand hier auch den ersten Zugang zum Krafttraining.

Mit 15 nahm ihn sein Stiefvater mit in den Kraftraum, wo er bereits in seinem ersten Training 60 Kilo auf der Bank drücken konnte, bei einem Körpergewicht von 55 Kilo. Bestärkt durch die Anfangserfolge verbrachte der Schüler bald seine gesamte Freizeit im Fitnessstudio, verlor das Krafttraining aber während seiner Ausbildung zum Koch aus den Augen.

Mit 19 fand er den Weg zurück ans Eisen. Sein erster Mentor Enrico Schütze, der damals den Body Shop in Schwerin betrieb, erkannte den Biss, das ganz Besondere in Steve. Bevor es allerdings Richtung Bühne ging, überredete er ihn erstmal zur Teilnahme an Wettkämpfen in seiner Paradedisziplin Bankdrücken.

Zum Wettkampf-Bodybuilding kam Steve über Günter Schlierkamp, der auf einem Seminar auf ihn aufmerksam wurde und an den Coach Olaf Govedarov vermittelte. Dieser verhalf ihm zu einer ersten Wettkampfsaison, die er auf Anhieb als Deutscher Junioren Gesamtsieger 2002 abschloss.

Steve Benthin beim Mr. Olympia

Steves offenherzige, derbe und bisweilen auch leicht überdrehte Art steht eigentlich im harten Kontrast zu der Ernsthaftigkeit, mit der er seinen Sport betreibt. Er blickt auf eine mittlerweile fast 20-Jährige Wettkampfhistorie zurück, in der er sowohl im NAC-Verband als auch im IFFB zahlreiche nationale und internationale Titel gewinnen konnte.

Nur im Zeitraum um 2010 klafft eine größere Lücke in seiner Biographie: Nach einer Teilnahme an der von NAC ausgetragenen FREY CLASSICS sperrte ihn der DBFV/IFBB für ein Jahr von allen Wettkämpfen.

2011 sicherte er sich mit dem Sieg auf der Internationalen Deutschen Meisterschaft die IFBB Pro-Card. Bei den Profis konnte er unter anderen einen 5. Platz bei der New York Pro 2019 und einen 3. Platz bei der Vancover Pro 2019 belegen. Im gleichen Jahr erfüllte er sich auch den Traum von der Teilnahme am Wettkampf aller Wettkämpfe: Steve Benthin nahm in der 212-Klasse beim Mr. Olympia teil.

 

Gibt es ein „zu ehrlich“?

Große Klappe und viel dahinter also. Steve spricht alle Wahrheiten aus, auch die unbequemen und häufig vertuschten. Viel diskutiert wurde auch das Zusammentreffen mit Patrick Reiser auf der Fibo 2016. Steve demonstrierte einmal mehr, dass vornehme Zurückhaltung nicht zu seinen Stärken zählt.

Man muss Mr. M nicht mögen, noch nicht einmal verstehen. Authentisch, „real“, ist er aber unabhängig von seinen Followerzahlen immer geblieben. Und nicht zu vergessen: In einem an Nachwuchsmangel erkrankten Deutschland zählt Steve Benthin auch 2021 immer noch zu unseren erfolgreichsten Bodybuildern auf internationalem Spitzenniveau.

Autorin: Ulrike Hacker Bilder: Steve Benthin und Matthias Busse

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