Die deutschsprachigen Classic Physique Athleten 8 weeks out

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Der Mr. Olympia 2022 rückt immer näher und jeder Athlet, der Mitte Dezember auf der großen Bühne stehen will, befindet sich inzwischen auf Diät. In diesem Artikel wollen wir einen Blick auf den aktuellen Stand der Olympia-Vorbereitung der deutschsprachigen Classic Physique Athleten werfen.

David Hoffmann als Vorreiter der neuen Generation

Auch wenn die Classic Physique noch nicht lange im Profi-Bodybuilding etabliert ist, stellt sie für viele Fans inzwischen die spannendste Kategorie im Wettkampfbodybuilding dar. Aufgrund des beschränkten Gewichtslimits, welches jedoch an die Körpergröße gebunden und nicht wie in der 212er-Klasse pauschal festgelegt ist, weisen die Athleten auf der Bühne stets eine hervorragende Konditionierung bei gleichzeitig ästhetischen Proportionen auf. Während wir beim Mr. Olympia 2022 gleich mehrere deutschsprachige Athleten auf der Bühne erwarten dürfen, wird der Deutsche mit den meisten Teilnahmen nicht auf der Bühne stehen: David Hoffmann.

Ganze drei Mal nahm der 1980 in Rheinland-Pfalz geborene Profi-Bodybuilder beim wichtigen Wettkampf des Bodybuildings teil und maß sich mit der Weltelite. Dass die deutschen Fans all dies erleben durften, war keine Selbstverständlichkeit. David Hoffmann kam aus dem Open Bodybuilding und tat sich lange mit dem Gedanken schwer, in eine Klasse mit Gewichtslimit zu wechseln.

Rückblickend hat David Hoffmann diese Entscheidung hoffentlich nie bereut. Neben drei Auftritten beim Mr. Olympia konnte der in Weißenthurm lebende Athlet vier Siege auf Profi-Wettkämpfen erreichen. Erfolge, die viele anderen Bodybuildern im Laufe ihrer Karriere nicht vergönnt sind.

Urs Kalecinski mit Rückenwind zum Mr. Olympia 2022

Dem Wahl-Berliner Urs Kalecinski gelang mit dem vierten Platz bei seinem Olympia-Debut im letzten Jahr ein echter Paukenschlag. Dass dieser bis heute nicht verhallt ist, zeigt nicht nur das große Interesse der deutschen Fans am Miraclebear, sondern insbesondere auch die Aufmerksamkeit, die Urs Kalecinski in den USA erhält. Neben dem Champ Chris Bumstead wird über kaum einen Classic Physique Athleten so viel berichtet, wie über Urs Kalecinski, den viele als Zukunft seiner Klasse handeln.

Dabei sollte beachtet werden, dass der junge Deutsche gemäß seines Coaches Stefan Kienzl in dieser Saison noch nicht sein Maximum abrufen wird. Im Rahmen seiner USA-Reise, bei der er diverse Hochkaräter der Bodybuildingszene traf, zeigte sich Urs Kalecinski dennoch bereits in sehr guter Form.

Auf der diesjährigen Arnold Classic musste der Miraclebear noch Ramon Rocha Queiroz an sich vorbeiziehen lassen. Diesen gilt es bei der Mr. Olympia 2022 zu schlagen, so dass es eine bessere Platzierung als im letzten Jahr wird. An Chris Bumstead wird kein Weg vorbeiführen. Mit entsprechender Form und dem aktuellen Rückenwind muss sich aber auch der Vize-Olympia Terrence Ruffin warm anziehen.

Fabian Mayr: das zweite heiße Eisen von Stefan Kienzl

Neben Urs Kalecinski wird auch der Österreicher Fabian Mayr von Stefan Kienzl auf den diesjährigen Mr. Olympia vorbereitet. An der Form, der Linie und der Klasse des Österreichers gibt es keinen Zweifel. Beim letztjährigen Mr. Olympia reichte es beim Debüt für den achten Platz in einem Starterfeld von 26 Athleten. Dabei ließ er gleich zwei Athleten hinter sich, die ihn auf der Arnold Classic 2021 noch schlugen.

Wer Zweifel an der erneuten Qualifikation des Österreichers hatte, erhielt im Sommer eine deutliche Antwort. Mit zwei Siegen machte Fabian Mayr klar, dass mit ihm auf dem Mr. Olympia 2022 zu rechnen ist. Zum Erschwernis könnte es werden, dass der Classic Physique Athlet sich zu wenig in den USA zeigte und generell zu wenig in den Medien präsent ist. Das Starterfeld in Europa entsprach nicht der absoluten Weltspitze und die Tatsache, dass es auf der Olympia-Bühne dieses Jahr noch voller werden könnte, wird es nicht leichter machen, hervorzustechen.

Dennoch haben die amerikanischen Medien der Österreicher nicht völlig vergessen. Sein beeindruckendes Update 61 Tage vor dem Mr. Olympia wurde auf der anderen Seite des großen Teiches registriert und im Social Media verbreitet. Wenn Coach und Athlet in den letzten Wochen ihre Hausaufgaben machen, dürfte das Ziel eine bessere Platzierung als noch 2021 sein.

Droht Mike Sommerfeld durchgereicht zu werden?

Doch wenn der eine Athlet sich besser platziert, bedeutet das, das ein anderer nicht an seine Erfolge anknüpfen kann. Beim Mr. Olympia 2021 landete Mike Sommerfeld auf einem hervorragenden siebten Platz vor Fabian Mayr. Die erneute Qualifikation holte der Deutsche sich bereits im Oktober 2021 auf einem Wettkampf in Polen, der jedoch so wenig in Erinnerung blieb, dass selbst einige deutsche Fans zuletzt fragten, ob Mike Sommerfeld überhaupt schon die Qualifikation für den Mr. Olympia 2022 besitzt.

Diese hat er zweifelsohne und bereitet sich sei einigen Wochen in Mexiko auf den wichtigsten Wettkampf des Jahres vor. In seinem Wettkampftagebuch gab er zuletzt ein Update mit 96 Kilogramm. Der Classic Phyisque Athlet klagte über ein wenig muskuläre Probleme, die zu Knieschmerzen führen würden. Er habe das Problem aktuell jedoch gut im Griff. Sein Ernährungsplan würde auf 2.500 kcal aufbauen, was bei zweimal Cardio pro Tag nicht sonderlich viel ist. Entsprechend würde die Vorbereitung sich für ihn auch bereits wie eine solche anfühlen.

Ob die Mühen sich lohnen, werden die deutschen Fans in wenigen Wochen sehen. Die Tatsache, dass Mike Sommerfeld jedoch in Mexiko mehr oder weniger unter dem Radar der internationalen Bodybuildingpresse lebt, könnte sein größter Nachteil beim diesjährigen Olympia werden. Gut 60 Athleten werden für die Classic Physique qualifiziert sein.

Quelle: Youtube 12.10.2022

Die Line Ups werden brutal werden und wer sich nicht auf großen Wettkämpfen wie der diesjährigen Arnold Classic zeigen konnte, droht nur einer von vielen zu sein. Es ist Mike Sommerfeld zu wünschen, dass er seine Stärken ausspielen und das letztjährige Ergebnis bestätigen kann. Die Gesamtumstände lassen aber dennoch befürchten, dass Mike Sommerfeld übersehen werden könnte.

Alexander Westermeier vor Debüt auf dem Mr. Olympia

Ein weiterer deutscher Athlet, der ähnlich wie Mike Sommerfeld aktuell nicht ganz ohne Probleme trainiert, ist Alexander Westermeier. Die Karriere des Classic Physique Athleten wurden bereits mehrfach von Verletzungen unterbrochen und auch die Vorbereitung für den erster Mr. Olympia verläuft nicht optimal. Mitte September riss er sich den vorderen Oberschenkelmuskel an und das Kreuzband ab. Die Vorbereitung führte der von Dennis Wolf vorbereitete Athlet aber weiter.

Alexander Westermeister holte sich mit dem Sieg auf der Pittsburgh Pro die Qualifikation für den Mr. Olympia 2022 und sprach in der Vergangenheit das ein oder andere Mal davon, dass das Finale sein großes Ziel sei. Realistisch betrachtet muss man jedoch sagen, dass eine Platzierung in der Top 15 bereits ein großer Erfolg beim Olympia-Debüt wäre.

Ähnlich wie Mike Sommerfeld fehlt Alexander Westermeier die mediale Präsenz, wobei Erstgenannter mit einer einmaligen Linie punkten kann. Alexander Westermeier ist ein sehr guter Athlet. Ob dies aber ausreichen wird, um auf der Olympia-Bühne neben zahllosen anderen sehr guten Athleten nicht übersehen zu werden, werden wir in wenigen Wochen wissen.

Autor: Dr. Frank-Holger Acker | Titelbilder: Social Media Accounts der Athleten

2 KOMMENTARE

  1. Mike Sommerfeld fehlt die mediale Präsenz… so so… und wenn er sie hat, dann lasst ihr kein gutes Haar an dem Athleten.
    Er ist eben alles andere als weichgewaschen und ein „Schätzchen für alle“ .
    Und gewinnen Athleten heute Titel durch ihre mediale Präsenz oder ihrer Präsenz auf der Bühne vor den Kampfrichtern? Wenn die mediale Präsenz mittlerweile Sieger kreiert, würden in Zukunft Berichte über die Athleten in ihrer Trainings – und Vorbereitungsphase ja reichen und am Ende bestimmen die Medien, wer es nun geworden ist. Doch zeigt es den Zeitgeist der Medien – Sieger und Verlierer, wie auch Außenseiter werden schon vorher gemacht – ein alter psychologischer Trick, mit dem man jemanden hochjubelt oder eben schon vorher fallen lässt und zum Looser schreibt – sehen wir ja derzeit in der Politik, wo nicht mal Mittelmaß bestimmend ist. Eine traurige Entwicklung für den Sport – Medien greift euch mal an eure Nase.
    Was glaubt ihr, wie lange ihr das noch machen könnt? Schon bald kann der Wind seine Richtung ändern. Wäre nicht das erste Mal.

  2. Meint man mit medialer Präsenz man muss ein Sekten Mitglied von S. K sein?
    Schwachsinn. Dorian Yates kam aus einem Keller Studio aus England. Der War auch nicht in der Bodybuilding Glitzer Welt.Und der hat alle geschlagen. Wenn man der Beste ist,braucht man keine Sekte und das ganze Blabla.
    Fabian und Urs wären mit eine anderen Trainer noch besser. Das SK nichts taugt sieht man an Tim Budesheim. Seit er bei ihm ist,ist er zwar schwer geworden, aber schlechter und verbaut.
    Fabian und Urs wären auch ohne Trainer ganz vorne dabei. Beide sind für diesen Sport geboren.
    Amen !

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