Arnold Classic 2023 schafft mehrere Klassen ab

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Die Arnolds Classic ist nach dem Mr. Olympia die größte und prestigeträchtigste Veranstaltung des Bodybuildings. Kürzlich wurden die für 2023 angebotenen Klassen der Arnold Classic veröffentlicht. Und das schlug Wellen: Viele populäre IFBB-Divisionen sind für das nächste Jahr (weiterhin) nicht vorgesehen.

Das Arnold Sports Festival: Ein Event der Extraklasse

Das Arnold Sports Festival wird seit 1989 in Ohio ausgetragen. Gegründet von seinem Namensgeber Arnold Schwarzenegger und dessen Freund Jim Lorimer, hat sich die mehrtägige Multisportveranstaltung zu einem internationalen Megaevent entwickelt. Heutzutage tummeln sich auf der Arnolds mehr als 20.000 Athleten aus dem Strongman, MMA, Cheerleading, Polce Dance, Yoga und vielem mehr. Die Expo ist in ihrer Dimension vergleichbar mit der FIBO.

Doch im Herzen des Arnold Sports Festivals steht weiterhin der Sport, der seinen Gründungsvater weltberühmt machte: das Bodybuilding. Die in das Event integrierte Arnold Classic zieht alljährlich das Who is Who der Weltspitze an. Neben dem großen Namen der Show sorgen auch die großzügigen Preisgelder dafür, dass das Starterfeld mit dem Lineup des Mr. Olympia nahezu deckungsgleich ist. Im letzten Jahr gewann der ehemalige Mr. Olympia Brandon Curry die offene Klasse, wofür er eine Siegprämie von 200.000 US-Dollar kassierte.

Diese Klassen fehlen bei der Arnold Classic 2023

 In der vergangenen Woche wurden die Bodybuilding-Klassen für das Arnold Sports Festival 2023 verkündigt. Die großen Zugpferde wie die Men’s Open, Classic Physique und Bikini sind natürlich dabei. Es fehlen allerdings einige offizielle IFBB-Divisionen weiterhin – oder auch neuerdings:

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Der „kleine Bruder“ der Offenen war ohnehin nur kurzzeitig im Programm und ist schon seit 2018 nicht mehr dabei. Auch 2023 wird es kein Comeback geben.

Women’s Bodybuilding

Die schwerste Frauenklasse wurde 2013 aus dem Programm entfernt. Die Division erfreut sich generell keiner großen Popularität mehr, der „Freak-Faktor“ der unterstützenden Frauen passt denkbar schlecht in die heutige Mainstream-Ausrichtung des Bodybuildings.

Women’s Physique

Die Women’s Physique wurde schon in den Vorjahren nicht mehr angeboten. Erfolgreiche Physique-Athletinnen hatten auf eine Wiederkehr gehofft. Sie wurden nun enttäuscht.

Figure International

Mit der Figur wurde eine eigentlich recht beliebte, ästhetische Frauenklasse gestrichen. Im Vorjahr war die Figure International noch Teil der Arnold Classic.

Eine frauenfeindlich ist die Streichung der Klassen bei der Arnold Classic?

 Drei von vier IFBB-Standardklassen, die auf dem Arnold Sports Festival nicht ausgetragen werden, betreffen Athletinnen. Die Organisatoren begründen ihre Entscheidung damit, dass sie für die eliminierten Klassen kein hochwertiges Starterfeld gewährleisten könnten. Es sei aber ihr Anspruch, eine Art Weltmeisterschaft auszurichten. Hierzu fehle die Tiefe des potenziellen Feldes.

Das kaufen ihnen aber längst nicht alle Beobachter ab. In den Post-Covid-Jahren wurde die Entscheidung noch vielfach auf finanzielle Engpässe zurückgeführt und traf mehrheitlich auf Verständnis. Jetzt werden erste Stimmen laut, die den Verantwortlichen eine frauenfeindliche Gesinnung unterstellen.

Damit bleiben bei der Arnold Classic 2023 folgende Klassen übrig:

  • Arnold Classic (Men’s Open)
  • Fitness
  • Classic Physique
  • Men’s Physique
  • Bikini
  • Wellness
  • Pro Wheelchair

Mehr vom Kuchen für die übrigen Klassen

Es müssen also so einige draußen bleiben. Für die Athleten der verbleibenden Divisionen bedeutet das aber auch: Der Prämienpool muss nun auf weniger Sieger verteilt werden. So ist das Preisgeld für den Gewinner der Classic Physique bereits höher als beim Mr. Olympia.

Und so wird eine Klasse belohnt, die nicht nur bei den Zuschauern besonders beliebt ist. Sie steht auch für ein gemäßigteres Bodybuilding, dass weniger Raubbau an der Gesundheit der Athleten betreibt als eine offene Frauenklasse. Schwarzenegger selbst hat sich jüngst mehrfach kritisch zu dem hemmungslosen Vorgehen der heutigen Garde geäußert. Die Ausrichtung seines Festivals mag dies nun ein Stück weit widerzuspiegeln.

 (uh) | Titelbild: ArnoldSports

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