Mike Sommerfeld: „Ich weiß, dass das vielleicht meinen Tod bedeutet!“

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Mike Sommerfeld lässt die Fans in der YouTube-Serie „Relentless“ an seiner Vorbereitung auf den Mr. Olympia teilhaben. Vor wenigen Tagen erschien der sechste Teil der Reihe. Und darin geht es – mal wieder – um die Schlechtigkeit der sozialen Medien, aber auch um die Entschlossenheit, mit der der Heidelberger das Saisonfinale anpackt.

So lief die Olympia-Vorbereitung bislang bei Mike Sommerfeld

Mit einem überraschenden siebten Platz auf dem Mr. Olympia 2021 hat Mike Sommerfeld die eigene Messlatte hoch angesetzt. Für seinen Auftritt im Dezember 2022 erwarten die Fans einiges von dem Classic Physique-Athleten, der derzeit als Vollzeitbodybuilder in Mexiko lebt. Mike Sommerfelds Vorbereitung war bislang aber von Knieproblemen, ständigen Infekten und vor allem Unstimmigkeiten mit seinem Coach Neil Hill geprägt, dessen Diätstrategie bei seinem Trainee auf Missfallen stößt.

Haare, Zähne, Knie und viele Probleme

Mike Sommerfeld beginnt auch „Relentless 6“ wie gewohnt mit der Schilderung diverser Probleme. Nach einer Zahnbehandlung und Haartransplantation durch eine betrügerische türkische Schönheitsklinik klagt er nicht nur über Zahn- und Haarausfall, sondern rennt auch noch einer anständigen Kooperationsvergütung hinterher. Mit Knieproblemen operiert Mike Sommerfeld ebenfalls weiterhin.

Mit seinem Training – ein sauber geloggter 4er-Split – scheint er aber zufrieden zu sein, auch wenn er sich selbst eine unangemessene Lethargie bescheinigt. Diese führt er vor allem auf seinen Insulinhaushalt zurück. Ungewohnt schwärmerisch spricht Sommerfeld dann über ein gemeinsames Beintraining mit dem ehemaligen 212er-Profi Nicolas Vullioud aka „Quadzilla“

Die (un)sozialen Medien: Ein versöhnlicher Rundumschlag

In der zweiten Hälfte des Videos bezieht sich Sommerfeld auf den dritten Teil der Relentless-Reihe, in der er sehr emotional über den Tonfall in den sozialen Medien hergezogen hatte. Diesmal etwas entspannter, aber immer noch aus vollem Herzen, verurteilt The Badass all jene, die ihn nur der Aufmerksamkeit wegen öffentlich anfeinden. Auch von seinem Statement, Instagram und YouTube nur zur Sicherung seines Lebensunterhaltes zu betreiben, tritt er nicht zurück.

Es geht diesmal auch um den gnadenlosen Algorithmus der Plattform. Dieser habe seine Reichweite massiv eingeschränkt, nachdem er sich überwiegend im bekleideten Zustand ablichten ließ. Ein freizügiges Bild zur Dokumentation seiner Diätform sei dann aber wieder durch die Decke gegangen. Die positive Resonanz brachte dem Classic Physique-Athleten sogar wieder etwas die Freude am Posten zurück.

So sieht Mike Sommerfeld seine Chancen beim Mr. Olympia

Mike Sommerfeld bescheinigt sich selbst hervorragende Anlagen für seine Klasse. Seine Muskelmasse, Symmetrie und Knochenstruktur sei allen Konkurrenten überlegen. Die Fehler seiner ersten Mr. Olympia-Teilnahme habe er erkannt und beseitigt. Die Wahrscheinlichkeit, den Titel abzuräumen, liegt nach seiner Schätzung dennoch im Promillebereich. Nur ein Ausfall aller Superstars der Classic Physique könne ihm dazu verhelfen.

Den Tod in Kauf nehmen

Aller Aussichtlosigkeit zum Trotz hat sich Mike Sommerfeld dazu entschieden, All In zu gehen – inklusiver aller gesundheitlicher Risiken. Er verwendet drastische Bilder von „zerfallenen Organen“ und gibt an, zu wissen, dass „das vielleicht seinen Tod bedeutet“. Denn scheinbar fährt er in diesem Jahr eine hochriskante Strategie, um seinen Traum von der perfekten Härte doch noch zu erfüllen. Sollte der Plan gelingen, hält er die Sandow doch noch für ein realistisches Ziel.

Relentless 6 zeigt: Alles wie immer bei Sommerfeld. Pech, Drama und Wut, aber zumindest immer genug Vertrauen in die eigene Überlegenheit. Vielleicht ist genau das die Eigenschaft, die ein Sportler mitbringen muss, um die ganz großen Titel nach Hause zu holen. Die deutschen Fans drücken in jedem Fall gespannt die Daumen.

(uh) | Titelbild: Instagram

7 KOMMENTARE

  1. Ein interessanter Bericht wie ein junger labiler Guy seinen Körper bewusst zerstört für einen sportlichen Titel.

    Sollte er diesen (wenn alle relevanten Mitstreiter ausfallen sollten) gewinnen, so steht er haar- zahnlos, mit kaputten Gelenken aber glücklich der Onlinewelt zur Verfügung.

    Evtl. wäre eine Videoreihe mit Ronny Coleman denkbar, nach dem Motto „kaputt aber glücklich“

  2. @von Rüben – es gibt keinen Leistungssport auf diesem Niveau den man als gesund bezeichnen könnte! Alle Sportler dieser Klasse in allen Sportarten wissen nur zu gut, dass sie Raubbau mit ihrem Körper betreiben. Und nicht wenige würden tatsächlich „ALLES“ geben (auch ihr Leben), um genau diese höchsten Titel und Ehren im Sport zu erlangen. Man muss das nicht verstehen; ist es auch nicht, wenn man nicht in der Haut der Betroffenen steckt und zu den „Normalos“ gehört – wie die meisten Menschen, die mehr oder weniger bewusst auch ihr Leben bei Konsum von Drogen, Zigaretten, Alkohol, diverse sogenannte Lebensmittel, fettreicher und zuckerüberlasteter Nahrung… drangsalieren. Dann lieber so – dann weiß ich wofür und warum und jammere nicht anschließend bei Krankheit und übler Diagnose und Prognose wie ein kleines Kind, wenn man leidet oder es ans Sterben geht. Der Vorschlag einer Videoreihe „Kaputt, aber glücklich“ ist nicht nur geschmacklos, sondern würde durchaus den Zeitgeist treffen: Brav gehorsam, hirnlos ducken, nur nicht zucken und einer Obrigkeit ohne Sinn und Verstand hinterher laufend.

  3. Nuja eine gespielte Arroganz gehört zu seinem Kunst-Charakter. Gerade die Rivalität im Vorfeld des Olympia’s kommt endlich auch in den deutschen Raum wenn ich überlege war der letzte „O“ mit seiner neuen Pressekonferenz ähnlich angelegt wie ein großer Boxkampf und diese Stimmung hat dem Bodybuilding doch wahrlich gefehlt wie gesagt es ist einen Show und Feindschaften, Abneigung sowie auch Lieblingsathleten gehören dazu. So wird vernünftig Spannung und Nervenkitzel kreiert und ich denke dat weiß Mike! Ich kenne ihn nicht persönlich! Aber von Menschen die ihn kennen hört man menschlich nichts schlechtes. Ich denke er spielt eine Charakter im Netz und versucht das Game spannend zu halten für die Fans. Davon abgesehen hat er bei sein „O“ Debüt auf Anhieb den 7 Platz belegt dem hingegen steht ein Steve Benthin den ich persönlich von seinem Social Media Charakter sehr mag, aber Mike immer als „Jammerfeld“ bezeichnet aber snoch keinen einzigen Profi-Sieg verbuchen kann und nur über Punkte beim „O“ starten konnte und da auch nichts reißen konnte und dieses Jahr wohl überhaupt nicht starten darf. Die Leute sollten nicht immer denken daß der Social Media Charakter auch der echte Menschen ist und einfach auch die Show im Vorfeld genießen!

  4. @Xaver
    Erweitern Sie bitte Ihren Horizont!
    Sich durch Sport zu „richten“ und sich anschließend auf Kosten der Allgemeinheit wieder zusammenzuflicken ist alles andere als weitsichtig.

    Diesen jungen Burschen fehlt die Lebenserfahrung, das Leben geht auch nach 40 Lenzen noch weiter.

    Ihre Meinung spiegelt leider die heutige Sichtweise sehr gut wieder, alles schnell, schnell in kürzester Zeit hoch hinaus und nicht an später denken.

  5. @ Andreas Koch
    Deine Sichtweise ist leider sehr begrenzt, wer es mit der Brechstange versucht, wird seinen Preis zahlen!

    Man muss sich nicht verunstalten oder gar umbringen um erfolgreich zu sein, siehe Arnold, Jay Cutler, Thomas Scheu, Dennis Wolf, Urs….. etc.

    @ Bernd K. hat schon Recht, die heutige Zeit ist zu schnelllebig.
    Heute erfolgreich, morgen Burnout oder Tod :o/

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