Nie mehr fett dank Leptin!?

0
2173
Nie mehr fett dank Leptin!?

Leptin wurde im Jahr 1994 entdeckt und stellt ein Schlüsselhormon bei der Regulierung unseres homöostatischen Energiesystems dar. Leptin wird von unserem weißen Fettgewebe freigesetzt und kommuniziert mit unserem Gehirn darüber, wie viel Fett sich in unseren Fettspeichern befindet. Leptin kontrolliert außerdem unsere Sättigung. Wenn die Leptinspiegel niedrig sind, dann werden wir hungrig und wenn die Leptinspiegel hoch sind, dann sollten wir uns befriedigt fühlen. Wenn es richtig arbeitet, hilft uns Leptin dabei, ein gesundes Gewicht aufrecht zu erhalten und hindert uns daran, zu viel zu essen.

Doch wie bei allen anderen Hormonen führen auch zu hohe Leptinspiegel dazu, dass unsere Zellen gegenüber diesem Hormon unempfindlich werden und wir entwickeln eine Dysfunktion des Leptin Pfadweges. Die bedeutet, dass das Leptinsignal, das uns sagt, dass wir mit dem Essen und der Speicherung von Fett aufhören sollen, nicht gehört werden kann. Dies führt dazu, dass wir kontinuierlich zu viel essen und mehr Körperfett speichern. Die gute Nachricht ist, dass die Leptinsensitivität wiederhergestellt werden kann.

Leptin und Insulin

Ein Weg, auf dem die Leptinsensitivität wiederhergestellt werden kann, ist durch das richtige Training. Leptin und Insulin kommunizieren miteinander und arbeiten kollektiv mit anderen Hormonen zusammen, um das Energiegleichgewicht zu kontrollieren. Wenn die Insulinspiegel steigen, dann steigen auch die Leptinspiegel. Es konnte gezeigt werden, dass Training die Insulinsensitivität erhöht. Training erhöht die Notwendigkeit, dass die Muskelzellen ihre verbrauchte Energie wiederauffüllen. Eine Ernährung, die zu viel Zucker enthält, kann zu einer Ausschüttung massiver Insulinmengen führen. Dies kann eine Insulinresistenz zur Folge haben, was bedeutet, dass Du noch mehr Insulin brauchst. Erinnere Dich daran, dass mit den Insulinspiegeln immer auch die Leptinspiegel steigen. Dies ist der Weg, auf dem eine Insulinresistenz eine Leptinresistenz induziert. Durch eine Wiederherstellung der Insulinsensitivität werden wir nicht so viel Insulin in Reaktion auf verzehrte Glukose benötigen und als Resultat hiervon werden wir auch niedrigere Leptinspiegel haben.

Leptin und Training

Auch Training könnte dazu in der Lage sein, die Leptinspiegel zu senken. Im Rahmen einer mit Ratten durchgeführten Studie, sanken die Leptinspiegel nach vier Wochen Training im Laufrad (1). Dies zeigt, dass Training bei der Wiederherstellung der Energie Homöostase eine entscheidende Rolle spielen kann. Das Problem ist hierbei, dass das Training richtig ausgeführt werden muss. Wenn Du chronisch gestresst bist oder zu viel trainierst, kann dies negative Resultate zur Folge haben. Der Grund hierfür liegt in unserer Kampf-oder-Flucht Reaktion.

Adrenalin, auch als Epinephrin bekannt, ist einer der Hauptspieler bei unserer Kampf-oder-Flucht Reaktion. Adrenalin erlaubt es uns mit körperlichen und emotionalen Schmerzen zurecht zu kommen. Es setzt außerdem das Fett frei, das in unseren Fettzellen gespeichert ist, wodurch es ein wichtiger Teil des Energiegleichgewichts hergestellt wird. Adrenalin wird in stressigen Situationen ausgeschüttet, doch wenn wir zu viel Adrenalin ausschütten (d.h. chronischer Stress), werden unsere Zellen unempfindlich gegenüber Adrenalin. Dies macht es extrem schwierig gespeichertes Fett zum Zweck der Energieversorgung des Körpers freizusetzen. Darüber hinaus steigen während stressiger Zeiten die Adrenalinspiegel, während die Leptinspiegel sinken (2). Dies kann zu einer übermäßigen Nahrungszufuhr führen.

Training ist ein Stressfaktor und während körperlicher Aktivitäten wird Adrenalin ausgeschüttet. Wenn wir chronisch gestresst sind und zu viel trainieren, kann unsere Adrenalinresistenz weiter gesteigert werden. Dies wird die Leptinspiegel niedrig halten und uns dazu bringen, uns chronisch zu überfressen. Unser primäres Stresshormon ist Kortisol. Kortisol induziert eine Insulinresistenz, was zu einem Doppelschlag gegen unsere Leptinspiegel führt. Übertraining kann außerdem die Entzündungslevel erhöhen. Entzündungen induzieren automatisch eine Insulinresistenz. Dies ist ein ernsthafter hormoneller Bergrutsch.

Diäthelfer: Das BESTE Supplement gegen Hunger

Wie viel ist zu viel?

Wie wissen wir, dass wir zu viel trainieren? Die Antwort besteht darin, auf Deinen Körper zu hören. Wenn Du kontinuierlich unter Muskelkater leidest, Stimmungsschwankungen hast, dich nicht auf Dein Training freust und keine weiteren Zuwächse erzielst (oder sogar Rückschritte beobachtest), dann musst Du die Menge an Training, die Du absolvierst, reduzieren. Die richtige Menge an Training variiert von Person zu Person. Dies hängt mit der Tatsache zusammen, das die Menge an täglichem Stress, der wir ausgesetzt sind, von Person zu Person variiert und wir uns auch darin unterscheiden, wie wir mit täglichem Stress umgehen. Einfach gesagt kontrollierst Du Deinen Stress nicht gut, wenn Du nicht irgendeine Form von aktivem Stressmanagement verwendest.

Die Lektion zu Leptin

Leptin ist ein wichtiges Hormon, das kontrolliert, wie viel Körperfett wir speichern und wie viel Nahrung wir zu uns nehmen. Durch schlechte Ernährungsentscheidungen und hohe Stresslevel können wir eine Leptinresistenz entwickeln. Dies kann zu einer gesteigerten Fettspeicherung und einer übermäßigen Nahrungszufuhr führen. Training ist ein Werkzeug, das wir verwenden können, um eine Wiederherstellung der Leptinsensitivität zu fördern. Es wirkt über eine Erhöhung der Insulinsensitivität und über eine direkte Reduzierung der Leptinspiegel. Wenn wir trainieren, dann müssen wir auf unseren Körper hören, denn zu viel Training kann zu einer Adrenalinresistenz führen, welche die Leptinspiegel senkt und das Risiko für eine übermäßige Nahrungszufuhr erhöhen.

Unser Wissen über Leptin beruht auf neuen Entdeckungen und Leptin selbst wurde erst vor etwa 20 Jahren entdeckt. Es ist zu hoffen, dass wir, wenn wir seine Rolle im menschlichen Körper besser verstehen, verlässlichere Strategien entwickeln können, um jegliche Probleme, die mit Leptin in Verbindung stehen, zu korrigieren. Studien beginnen zu zeigen, dass Leptin in vielen unterschiedlichen Bereichen eine Rolle spielt, zu denen auch Verhaltensaspekte und unterschiedliche Krankheiten gehören.

Referenzen:

1. Baba T, et al., „Reciprocal changes in leptin and tumor necrosis factor-alpha with exercise in insulin resistant rats.“ Research Communications in Molecular Pathology and Pharmacology (2001). Accessed on October 25, 2013.

2. Rayner DV and Trayhurn P. „Regulation of leptin production: sympathetic nervous system interactions.“ Journal of Molecular Medicine (2000). Accessed on October 25, 2013.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here